Vesuviau, auch Idokras genannt, ist ein dem tetragonalen System angehöriges glasglänzendes Mineral, welches meist durch Vorwalten der Prismen säulenförmige, seltener tafelförmige oder pyramidale Krystalle bildet; die Hauptfarben sind grün und braun in allen Nuancen, auch gelblich; manche Varietäten sind durchsichtig, andere kaum durchscheinend. Die Härte steht zwischen 6 und 7, das spezifische Gewicht beträgt etwa 3,5. Chemisch ist der V. ein Silicat namentlich von Thonerde und Kalk mit etwas Eisenorydul und Magnesia in recht schwankenden Verhältnissen, wozu ein Gehalt an Wasser tritt, welches erst in der Glühhitze entweicht. Gewisse V. enthalten geringe Mengen von Fluor, andere solche von Manganoxydul oder Titansäure. Er findet sich unter andern in schönen Krystallen am Monte-Somma beim Vesuv (daher der Name), zu Ala in Piemont, am Monzoni in Tirol, zu Egg in Norwegen, am Wiluifluß in Sibirien, zu Achmatowsk am Ural, als stengeliges Aggregat zu Haslau bei Eger in Böhmen (sog. Egeran).