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GeschichteBrockhaus 1882

Veteranen (Veterani) hießen bei den Römern alte Soldaten, die ihre Dienstzeit, welche, während in der bessern Zeit der Republik regelmäßig jeder Bürger zu 10 einzelnen Feldzügen zu Roß oder 20 zu Fuß verpflichtet war, in späterer Zeit, als die Heere stehend geworden, speziell seit Marius, 20 volle Jahre hintereinander, in der Kaiserzeit 16 Jahre für die prätorianischen Kohorten, 20 für die Legionen betrug, vollendet und einen ehrenvollen Abschied erhalten hatten. Der letztere wurde ihnen auf einem Erztäfelchen ausgefertigt, deren sich eine Anzahl erhalten hat. In der Regel erhielten sie damit zugleich Belohnungen in Geld, später gewöhnlich in einer Ackeranweisung, das Bürgerrecht, wenn sie es noch nicht besaßen, das Connubium für ihre Ehe mit einer Nichtbürgerin, Befreiungen von öffentlichen Lasten. Sulla war der erste, der seinen V. Städte, die ihm feindlich gewesen, mit den dazugehörigen Ländereien anwies und so eine Art Militärkolonien begründete, zu denen von Octavianus 28 der blühendsten Städte gemacht wurden, deren Bevölkerung teils durch V. vermehrt, teils anderswohin verpflanzt und durch V. ersetzt wurde. Außerdem aber gründete er wie die spätern Kaiser viele Kolonien solcher Art auch in den Provinzen; Gallienus legte eine der letztern nach Verona. In Fällen des Bedürfnisses wurden die V. oft wieder zum Dienste aufgerufen (Evocati). In der Kaiserzeit pflegte man die V. in eigenen Abteilungen noch nach der förmlichen Entlassung eine Zeit lang im Dienste zu behalten, während die Evocati damals eine besondere Klasse von ausgedienten Mannschaften bildeten, die nicht entlassen wurden, sondern zu besondern Verwendungen bei den Fahnen verblieben. Auch jetzt hat sich die Bezeichnung V. für alte gediente Soldaten oder Halbinvaliden erhalten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 240Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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