Vevey (deutsch Vivis), das Vibiscum der Römer, Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks (96 qlem, 23578 E.) im schweiz. Kanton Waadt, liegt 18 km ostsüdöstlich von Lausanne an der Mündung der Veveyse in den Genfersee, ist regelmäßig gebaut, mit reinlichen breiten Straßen und zählt (1880) 7820 E. meist franz. Zunge und reform. Konfession, deren Haupterwerbsquellen der Weinhandel, die Cigarrenfabrikation und die Fabrikation von Kindermehl, kondensierter Milch und Chokolade sind. Bemerkenswert sind die alte St. Martinskirche, die Kirche Ste.⸗Claire, die neue gotische katholische, die russische und die englische Kirche, das Schloß Couvreu mit prächtigem Garten, das Stadthaus, das Kornhaus, das reiche Spital, das Casino mit dem naturhistor. Museum, das Gymnasium und die palastartige höhere Töchters chule, die marmorne Brücke über die ungestüme Veveyse und die neuen Kais. Die reizenden Umgebungen und die herrliche Fernsicht machen V. zu einem belebten Sammelplatz der Touristen. Mit den Uferorten des Genfersees ist es durch die Dampferlinie Genf-Villeneuve und die Eisenbahnlinie Genf-Lausanne-St.⸗Maurice verbunden. Berühmt ist das Winzerfest, welches seinen Ursprung vom röm. Bacchuskult haben soll und früher alle 10 Jahre, jetzt in unregelmäßigen Zwischenräumen gefeiert wird. Vgl. Rey, «Genève et les rives du laec Lémand (Par. 1868); Martignier, Vevey et ses environs dans le moyen äger (Lausanne 1862); A. C érésole, Vevey und seine Umgebungo (Zürich 1882).