FeedViburnum
PflanzenreichBrockhaus 1882

Viburnum, Schlingstrauch, eine zur Familie der Caprifoliaceae (Geißblattgewächse) und zwar zur Gruppe der Sambuceae (Hollunderarten) gehörigen Gattung, gekennzeichnet durch einfache, regelmäßig kreuzweis-gegenständige Blätter, in Periph Trugdolden enlat e Blüten, welche in der eripherie des Blütenstandes oft unfruchtbar und Rarde⸗ und vom Hollunder durch eine dreilappige arbe verschieden. Von den oft schön blühenden Sträuchern finden mehrere Arten in Parkgärten äufig ist V. Lantana L., der Gnlätelinn. aum, 4—5 m hoch, mit eirund-länglichen, geättern, siebenästigen Scheindolden weißer Blüten und grünen, dann hochroten, schließlich schwaren Beeren. V. Opulus L., s. unter Schneeall. Diesem sehr ähnlich ist das nordamerik. V. Oxycoccos Pursh., doch sind die unfruchtbaren Randblumen weder so flach, noch von so schneeigem Weiß. Die roten Früchte haben den Geschmack der Johannisbeere und können diese ersetzen. Andere meistens aus Nordamerika stammende Arten, wie V. Lentago L., V. prunifolium L. u. a., sind ebenfalls geschätzte Ziersträucher. V. Tinus L., gewöhnlich Laurus Tinus genannt, ist einer der schönsten Ziersträucher, welcher an den Mittelmeerküsten zu Hause ist. Er erreicht eine Höhe von 3 m und hat immergrüne, glänzende Blätter und reiche Trugdolden weißer, etwas streng riechender Blüten. Er variiert mit glatten und mit behaarten Blättern. Eine sehr schöne, V. lucidum, sie unterscheidet sich durch substanzreichere, festere, glatte und glänzende Blätter von ovaler, bisweilen mehr länglicher Form; die Trugdolden sind größer, weniger gedrängt und auch die einzelnen Blüten größer. Diese schönen Ziersträucher werden in der Orangerie oder in Wohnräumen unterhalten und blühen hier oft schon im Februar und März, im Keller überwintert erst gegen den Sommer hin. Bald nach der Blüte müssen sie umgepflanzt werden. Man vermehrt sie leicht durch die meistens in Menge auftretenden Wurzeltriebe. Vie (Vicus), Kantonshauptort des Kreises Chateau-Salins im elsaß-lothringischen Bezirk Lothrinen, liegt 51 km südöstlich von Metz an der eille, an der Zweigbahn Burthecourt-V. der Elsaß-Lothringer Eisenbahnen, ist Sitz eines Amtsgerichts, zählt (1885) 2144 fast ausschließlich kath. E. und hat bedeutende Salinen. In der Umgegend wird viel Rebbau getrieben, welcher guten Rotwein liefert. V. ist eine sehr alte Stadt; Posthumus soll daselbst 257 von seinen Legionen zum Kaiser ausgerufen worden sein. Die Könige von Austrasien hatten hier eine Burg und Munzstätte. Im 13. Detelt wurde V. durch die Bischöfe von Met mit Befestigungen umgeben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 244Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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