Vibert (Jean Georges), franz. Genremaler, geb. 30. Sept. 1840 in Paris, hat sich auf dem Gebiete volkstümlicher, dem franz. Leben der Gegenwart entnommener Stoffe, sowie in historischen und allegorischen Darstellungen bekannt gemacht. Schüler von Picot, hat er eine eigene Art, ideale und realistische Momente zu verschmelzen, welche einem konventionellen Zeitgeschmack entspricht, aber der Tiefe und des wahren künstlerischen Ernstes entbehrt. Formell sind seine Arbeiten sehr gefällig, wirksam und effektreich, auch fehlt es ihnen bisweilen nicht an heiterer Stimmung. Auf verschiedenen Ausstellungen erschienen die Verwandlung des Nareissus, die Abreise des Hochzeitspaares, die Mönche unter Waffen, die Toreros im Circus (mit dem span. Maler Zamacois gemeinschaftlich gemalt), Grille und Ameise, die Siesta, das Ständchen; die bedeutendern Gemälde: Christliche Märtyrer unter den Löwen, die Toilette der Madonna u. v. a. Zu großen koloristischen Vorzügen erhob sich V. in seinem Bilde: ein Atelier am Abend 1881), in welchem ein feines Verständnis der alten iederländer erkennbar wird. Neben diesen Genrestücken kamen auch Porträts an den Tag, so das des Schauspielers Coquelin als Mascarillo in den Précieuses ridiculeso (1878). Endlich hat V. zahlreiche Aquarelle gemalt.