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ErdkundeBrockhaus 1882

Viborg, das kleinste Stift der dän. Halbinsel ütland, umfaßt den größten Teil der Amter V. und Aalborg. Das Amt Viborg im Süden des Liimfjord (s. d.), ein teils heidiges, teils ziemlich fruchtbares, nur von kleinen Flüssen bewässertes Binnenland, Iehrn auf 3032, qkm (1880) 93 369 E., die von Viehzucht, Getreide⸗ und Gemüsebau, Fischerei, Strumpf- und Leinwandweberei, Handel mit Wolle, Vieh und Holzschuhen leben. Die Stadt Viborg, Hauptort des Stifts, an dem kleinen See gleichen Namens und Station der Linie Holstebro-Langaa der Dänischen Staatsbahnen, zählt 7653 E. Sie ist vielleicht die älteste Stadt in Jütland, war seit 1065 Bischofssitz und 1836 —48 der Versammlungsort der jütischen Provinzialstände. Im Mittelalter war die Stadt viel bedeutender; durch die Predigten des Hans Tausen (1525—29) wurde sie die erste rot. Stadt in Dänemark. Noch gegenwärtig hat einen bedeutenden Umfang, aber in diesem viele unbebaute Plätze. Es bestehen zwei Kirchen, drei Märkte, eine Kathedralschule, ein Domhaus (Sitz des Oberlandesgerichts), ein Hospital, ein Zucht- und Arbeitshaus, fünf Bierbrauereien, drei Branntweinbrennereien, zwei Tuchfabriken, zwei Tabaksfabriken, drei Maschinenfabriken, zwei Eisengießereien. Das merkwürdigste Gebäude ist die im 11. Jahrh. aufgeführte, w1864 —66 prachtvoll restaurierte Domkirche; unter ihrem Chore befindet sich die einzige Krypta in Dänemark. Der Hafen und Ladeplatz der Stadt ist Hjarbek, 6 km nördlich am Liimfjord. Der Handel ist jedoch unbedeutend.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 244Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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