Vicuña, s. unter Lam a. — üÜber das sog. Vicufagarn s. Vicogne. Bida (Marcus Hieronymus), einer der vorzüglichsten neulat. Dichter, geb. um 1480 zu Cremona, trat, nachdem er zu Padua, Bologna und Mantua seine theol. Studien vollendet und die Weihen erhalten hatte, in die Kongregation der regulierten Kanoniker von San-Marco in Mantua ein und ging von da bald nach Rom, wo er ein Kanonikat an der Kirche des heil. Johannes im Lateran erhielt. Hier trug ihm Papst Leo X., der ihm das Priorat von San-Silvestre in Frascati verliehen hatte, auf, das Leben des Erlösers in einem epischen Gedicht zu besingen, und nach Vollendung dieses Gedichts erteilte ihm Leos Nachfolger, Clemens VII., 1532 den Bischofssitz von Alba im Herzogtum Montferrat, den er bis an seinen Tod, 27. Sept. 1566, inne hatte. Seine Poesien, teils religiösen, teils didaktischen Inhalts, zeichnen sich durch gute Anordnung der einzelnen Teile, durch Fülle und Anmut des Vortrags, sowie durch harmonischen Rhythmus aus, obgleich die Nachahmung Virgils überall hervortritt und seinen religiösen Gesängen ein heidnischmytholog. Gepräge aufdrückt. Unter den religiösen Gedichten nimmt die «Christias „ in sechs Büchern guerst Cremong 1535), wovon Müller eine deutsche Übersetzung lieferte (Damb. 1811), die erste Stelle ein; zu den didaktischen gehören De arte poeticav in drei Büchern (zuerst Rom 1527; herausg. von Klotz, Altenb. 1766), De bombyces, d. i. über den Seidenbau (zuerst Rom 1527; deutsch von Hoffmann, Neisse 1865), und He ludo scacchorumv, d. i. über das Schachspiel (zuerst Rom 1527; metrisch übersetzt von Hoffmann, Mainz 1826, und von Baldi, Berl. 1874), in welchem letztern er einen den alten Römern fremden Gegenstand auf kunstvolle und gefällige Weise behandelt. Außerdem hat er „Hymni de rebus diviniso und Bucolicav, sowie einige prosaische Schriften verfaßt, unter denen die Dialogi de reipublicae dignitates (Cremona 1556) die hedeutendsten sind. Die beste Gesamtausgabe der Werke V.s ist die von Volpi (Poemata omnia cum dialogisv, 2 Bde., Padua 1731). Vgl. Lancetti, Della vita e degli seritti di V.„ (Mail. 1840).