Vidsant consules, ne quid respublica detrimenti oapiat, s. unter Konsuk, Bd. X, S. 4980. Vidhar, in der nord. Mythologie der mächtige Sohn Odhins und der Riesin Grid. Er war nach Thor der mächtigste aller Götter und half diesen oft aus ihrer Not. Bei dem Weltuntergange hat er einen Hauptanteil am Kampfe. Nachdem der Fenriswolf Odhin besiegt und getötet hat, kämpft V. mit diesem, setzt ihm seinen Fuß, an dem er den großen Schuh hat, in den Unterkiefer und reißt ihm den Rachen auseinander. So wird er dieses Ungetüms Herr. Wie Vali, überlebt auch V. den Weltuntergang und hilft die neue Welt mit errichten. Vidimiernung, die gerichtliche Bestätigung, daß die Abschrift einer Urkunde mit dem Original gleichlautet. Der Ausdruck kommt von dem lat. Worte vidimus, d. i. wir haben es gesehen, her. Andere schreiben Fidemierung und leiten dies ab von der bei solchen Bestätigungen gebräuchlichen Unterschrift ein fidem, d. h. beglaubigt, womit man auch eine unter gerichtlicher Beglaubigung gefertigte Abschrift irgend einer Urkunde selbst bezeichnet. Vidocq (Eugene Frangois), ein franz. Abenteurer, besonders bekannt als Polizeispion, geb. 23. Juli 1775 zu Arras, ließ sich beim Ausbruch der Revolution als Soldat aufnehmen, lief jedoch bald zu den Osterreichern und von diesen zu feinen Landsleuten über, bei welchen er abermals nicht lange aushielt. Als Deserteur und Vaterlandsverräter in Arras verhaftet, wurde er durch Fürsprache eines Freundes gerettet und trat in ein Freiwilligenbataillon, mit dem er nach Belgien gelangte. Nachdem er sich hier eine Zeit lang herumgetrieben, kehrte er nach Paris zurück. Er kam in olge von Diebstählen auf die Galeeren, entfloh aber nach einer Gefangenschaft von sechs Jahren aus dem Bagno zu Brest und lebte nun als Hausierer, Ladendiener, Schneider lange Zeit bald in den Provinzen, bald in der Hauptstadt. Endlich ließ er sich von der pariser Polizei als Spion (mouchard) anwerben und leistete als solcher große Dienste. Man machte ihn deshalb zum Chef der sog. Brigade de surété, einer aus Spionen und entlassenen Sträflingen zusammengesetzten Polizeitruppe. Im 1817 bewirkte er über 700 Verhaftungen. Er wurde 1818 für seine Dienste völlig begnadigt und reichlich belohnt, 1825 aber abgedankt. V. schrieb nun seine Mémoireso (4 Bde., Par. 1828), die zum Teil auf bloßer Erfindun beruhen mögen, aber auch interessante Einzeiheiten über einige große Prozeßverhandlungen jener Zeit enthalten. Zu St.⸗Mandé bei Paris legte nun V. eine Papierfabrik an und beschäftigte sich mit Erfindung eines Papiers, von dem die Tinte nicht ausgelöscht werden kann. Im J. 1836 stiftete er zu Paris unter dem Namen Bureau de renseignements eine Art Gegenpolizei, welche Bestohlenen und Betrogenen gegen Vergütung zur Wiedererlangung ihrer Habe verhelfen sollte. Hierbei geriet aber V. bald in Kollision mit der Polizei, die ihn vor Gericht stellen und sein Bureau schließen ließ. Er zog sich sodann nach Belgien zurück, wo er im Mai 1857 starb. Außer seinen Memoiren (herausg. von Maurice) erschien noch unter seinem Namen Les vrais mystères de Pariso (6 Bde.).