FeedViehoff (Heinr.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Viehoff (Heinr.), namhafter deutscher Litterarhistoriker, Asthetiker und Schulmann, geb. 28. April 1801 zu Büttgen bei Neuß, widmete sich in Bonn philol., mathem. und naturwissenschaftl. Studien, wurde 1828 Lehrer am Progymnasium zu lirdingen, war 1828—33 Erzieher in einer gräfl. Familie, dann Gymnasiallehrer in Emmerich bis 1838, hierauf erster Oberlehrer an der Realschule zu Düsseldorf bis 1850, wo er die Direktion der Realschule und der Provinzialgewerbeschule zu Trier übernahm. Im Z. 1875 ward er auf seinen Antrag in Ruhestand versetzt. Im Frühjahr 1850 gehörte er als Abgeordneter dem Unionsparlament zu Erfurt an. V.s Ruf als Litterarhistoriker gründet sich vorzugsweise auf seine Arbeiten über Schiller und Goethe. Die bedeutendsten unter denselben sind: Goethes Leben und Werkey (3. Aufl., 2Bde., Stuttg. 1874), 4«Schillers Lebend (3 Bde., Stuttg. 1874—75), Goethes Gedichte erläutert u. s. w.y (3. Aufl. in 2 Bdn., Stuttg. 1874), „Schillers Gedichte erläutert u. s. w.v 65. Aufl. in 3 Bdn., Stuttg. 1874). Ferner sind hervorzuheben seine Vorschule der Poetiko (Braunschw. 1860) und das 4Handbuch der deutschen Nationallitterature (16. Aufl. in 3 Bdn., Braunschw. 1878). An metrischen Übersetzungen veröffentlichte V. eine „Gesamtübertragung von Nacines Werkene» (neue Aufl., 4 Bde., Berl. 1869), drei Stücke Molières in der Laxschen Gesamtübersetzung, elf Stücke Shakespeares in der sog. Dingelstedtschen Gesamtübersetzung (Lpz. 1867 fg.), die sämtlichen Dramen des Sophokles (Lpz. 1867 g.), Tegnérs Frithjofssages und Walter Scotts Fräulein vom Seey, Longfellows «Evangelines (Trier 1869), des Ausonius (Trier 1862), 4 Blütenstrauß engl. Poesies (Trier 186½) u. a. An eigenen Dichtungen erschienen von ihm «„Goethes Nausikaa, Trauerspiel'ꝰ, ein Ergänzungsversuch (Düsseld. 1842), Zeitgedichtes (Berl. 1870). In den J. 1843—44 gab er ein «Archiv für den deutschen Unterrichte heraus und erweiterte dies 1845 im Verein mit Ludw. Herrig zu dem Archiv für das Studium neuerer Sprachen und Litteraturend (Braunschw.), dessen Leitung bald Herrig allein übernahm.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 255Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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