Vigfüsson (Gudbrandur), Kenner des Altnordischen, geb. 1827 als Sohn eines Bauern zu Frakkanes in Westisland, studierte zu Kopenhagen altnordische Philologie. Nachdem er hier einige Zeit als Stipendiat der Arne-Magnäanischen Stiftung Dienste geleistet hatte, wurde er im J. 1864 nach England berufen, um das von Richard Cleasby begonnene Isländisch-Englische Wörterbuch (Orford 1869—74) auszuarbeiten. Seitdem lebt V. in Orford. Er erwarb sich Verdienste durch die Herausgabe einer namhaften Anzahl alter Quellenwerke, welche er teils allein, teils im Verein mit andern besorgte, sowie durch die Herausgabe eines Corpus poéëticum Boreales (1883). Sowohl dieses letztere als auch die weitläufige Prolegomenav zu einer Ausgabe der Sturlürgay (1878), sowie die Einleitungen zu seinen übrigen Quellenausgaben enthalten überdies sehr beachtenswerthe, wenn auch nicht immer unanfechtbare Beiträge zur Geschichte der isländischen Litteratur; eine Vorrede V.s zu des Joôn A'rrason Sammlung isländischer Sagen und Märchen betrifft die Geschichte derartiger Volksüberlieferungen auf der Insel, und eine frühere Abhandlung desselben (1855) behandelt die Chronologie der AIslendingasögurv.