Vignetten (rz.) nennt man kleine Verzierungen, Gruppen, Ansichten u. s. w., die man auf Rändern, Titeln oder Anfangsseiten einzelner Abschnitte in den Büchern anbringt, gleichviel durch welche Kunst sie hervorgebracht werden, ob durch Kupferstich, Holzschnitt oder Lithographie. Johannes Veldener oder Valdener, welcher von 1476 an in Löwen, Utrecht und Cuilenborch in Geldern druckte, war der erste Buchdrucker, der sie in seinem Pasci⸗- culus temporum anwendete. Da diese Verzierungen, vorzüglich am Rande, zuerst aus Weinranken bestanden, so nannte man sie in Frankreich Vignettes und behielt dann auch in Deutschland diese Benennung für kleinere Verzierungen aller Art in den Werken der Typographie bei.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 263Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei