Villani (Giovanni), berühmter ital. Geschichtschreiber aus Florenz, befand sich 1300 zu dem Jubiläum in Rom, wo er den Entschluß faßte, durch ein den Alten nacheiferndes Werk etwas zur Ehre seiner Vaterstadt beizutragen. Er begann sofort die Abfassung einer Chronik von Florenz, die zugleich eine Weltchronik wurde. Nachdem er das WN bis 1348 fortgeführt, starb er an der Pest. „der als Kaufmann längere Zeit in Frankreich und Flandern verweilte, hatte sich in verschiedenen bürgerlichen Amtern um sein Vaterland verdient gemacht. Seine Chronik, das erste umfassende Werk dieser Gattung in der Vulgärsprache, verdient vollen Glauben, wo der Verfasser, der sich durchaus aufrichtig und wahrheitsliebend zeigt, als Augenzeuge spricht. Das guelfische Prinzip, welchem V. mit den meisten Florentinern anhängt, gibt der Erzählung wie dem Urteil allerdings eine bestimmte Färbung. Die Form ist einfach und kunstlos und durch Kraft und Naivetät anziehend; die Sprache ein schönes Muster des Trecento. Matteo V., Bruder des vorigen, fügte der Chronik 11 Bücher hinzu, die bis 1364 reichen, in welchem Jahre auch er an der Pest starb. Da Matteo nur Begebenheiten erzählt, die er selbst erlebt, und wie sein Bruder wahrheitsliebend erscheint, so ist seine Arbeit ebenfalls eine der bedeutendsten Quellen für die historische Kenntnis des 14. Jahrh. Filippo V., Sohn des vorigen, Rechtsgelehrter und Richter, vollendete das 11. Buch der Chronik seines Vaters und schrieb in lat. Sprache De origine civitatis Florentinae et ejusdem civibusv. Der erste Teil des Werks enthält fast nichts als Fabeln und ist nie gedruckt worden; den zweiten Teil, Liber de civitatis Floreutiae famosis eivibusv, hat G. C. Galletti (Flor. 1847) lateinisch, Mazzucchelli (174 D.in einer alten ital. Übersetzung herausgegeben. Dieses Werk war gewissermaßen der erste Versuch einer vaterländischen Litteraturgeschichte. V. wußte mit wenigen Zügen seine Personen oft trefflich zu schildern; sein Stil ist lebhaft und kräftig, zuweilen jedoch zu abgebrochen. Auf die ältern ungenügenden Ausgaben seiner Chronik, die Giuntinische von 1562 bis 1587 und die Muratorische in den „Scriptores rerum Italicarumo, folgte die korrektere, von Moutier besorgte (14 Bde., Flor. 1823—26), welche auch die Mazzucchellische Ausgabe der «Vite d'uomini illustri fiorentinio enthält. Ihr schließt sich an die Ausgabe von Gherardi-Dragomanni (7 Bde., Flor. 1844).