Villäri (Pasquale), ital. Schriftsteller, geb. 1827 zu Neapel, besuchte die Schule des spätern Ministers Francesco de Sanctis, worauf er sich in seiner Vaterstadt dem Studium der Rechtswissenschaft zuwandte. Bei der Revolution von 1847 saß er kurze Zeit im Gefängnis. Nach seiner Befreiung siedelte er nach Florenz über, wo er Privatunterricht erteilte. Im J. 1859 wurde er Professor der neuern Geschichte an der Universität zu San 1862 Direktor des pädagogischen und philol. eminars daselbst und bald darauf nach Florenz versetzt, wo er seitdem als Professor der Geschichte am Istituto degli studj superiori wirkt. Seine Hauptwerke sind: «Storia di Girolamo Savonarola o de suoi tempis (2 Bde., Flor. 1859—61; deutsch von Berduscheck, 2 Bde., Lpz. 1870) und Niccolö Machiavelli e i suoi tempin (3 Bde., Flor. 1877 —82; deutsch von Mangold und Heusler, Lpz. 1877 fg.). Außerdem schrieb er: La flosofla positiva eil metodo positivov (Mail. 1866), «Antiche leggende e tradizioni che illustrano la Divina Commedia (Flor. 1865), «Saggi critici, storici e letterari) (Flor. 1868), L'insegnamento della storia (Mail. 1869), La pittura moderna in Italia ed in Francia (Flor. 1869), La guerra presente e L'Italias (Flor. 1870). Mit Bartoli, Invernizzi u. a. begann er eine umfassende Storia letteraria d'Italias (6 Bde., Mail. 1870 fg.). Viele Verdienste hat sich V. um die Reform des ital. Unterrichtswesens erworben und sich auch mit Eifer dem Studium der sozialen Frage gewidmet unter anderm in den Schriften: La scuola e la questione sociale in Italia o (Flor. 1872), Le lettere meridionali ed altri scritti sulla questione sociale in Italia (Flor. 1878).