Vintler (Hans, nicht Konrad, wie früher auf Grund einer unberechtigten Lesart angenommen ward), deutscher Dichter des 15. Jahrh. aus dem reichen und mächtigen Tirolergeschlecht der Vintler (Vindler), verfaßte 1411 ein didaktisches Gedicht »Die Blumen der Tugend», welches in mehrern Handschriften vorliegt und auch bereits 1486 in Augsburg gedruckt wurde. V. benutzte nach Lappenbergs Nachweise (Haupts «Zeitschrifto, 10. Bd.) vorzugsweise ein um 1320 verfaßtes, dem Tomaso Leoni zugeschriebenes Werk, dessen Titel «Fiori di virtün er für seine Schöpfung entlehnte. Eine zweite Quelle ist Heinrichs von Mügeln Üübersetzung der Anekdotensammlung des Valerius Maximus. Auch sonst zeigt sich V. belesen. Sein Gedicht, in welchem die Gebrechen der Zeit und einzelne Stände scharf gegeißelt werden, ist für die Kulturgeschichte wichtig. Eine sehr interessante Stelle ist die über den Aberglauben, die bereits 1835 von J. Grimm in seiner Deutschen Mythologied mitgeteilt wurde. Eine Ausgabe lieferte Zingerle im ersten Bande der «Altern tirolischen Dichters (Innsbr. 1874).