FeedFlorus
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Florus, röm. Geschichtschreiber, der unter Trajan und Hadrian gelebt zu haben scheint. Er verfaßte aus den frühern Geschichtswerken einen gedrängten Abriß der röm. Geschichte von der Gründung Roms bis Augustus, in zwei Büchern, der aber wegen seiner gesuchten und schwülstigen Darstellung, sowie wegen der häufigen Verstöße besonders gegen die Geographie und Chronologie mehrsachem Tadel unterliegt und auch von tendenziösen Entstellungen nicht frei ist. Die kurzen Inhaltsangaben der verlorenen Bücher des Livius schrieb man ihm früher mit Unrecht zu. Die besten Ausgaben haben O. Jahn (Lpz. 1852) und Halm (Lpz. 1854), deutsche Übersetzungen Schallgruber (Wien 1805) und Pahl (Stuttg. er 5 elicgert. Vgl. Sprengel, „Die Geschichtsbücher des F. Munch. 1861); Reber, «Das Geschichtswerk des F.» (Freising 1865)1 Heyn, De F. historicos (Bonn 1866). Dieser F. ist wohl identisch mit dem Rhetor und Dichter, Publius Annius F., von dessen Dialog über die Frage, «ob Virgil ein Redner oder Dichter gewesen seiv, die Einleitung noch erhalten ist. Auch eine Anzahl Verse, darunter scherzhafte Verse (auf die Hadrian antwortete), werden einem F. zugeschrieben. Das Fragment des Dialogs findet man in den Ausgaben des F. von Jahn und Halm, die Verse im Anhang zu Rutilius Namatianus, hergusgegeben von Müller (Lpz. 1870).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 920Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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