Viotti (Giovanni Battista), einer der größten Violinspieler und Komponisten für sein Instrument, geb. zu Fontanetto in Piemont 23. Mai 1753, erhielt von unbedeutenden Lehrern seinen ersten Violinunterricht, wurde aber später in Turin des berühmten Pugnani Schüler. Mit diesem bereiste er von 1780 an Deutschland, Polen, Rußland, England und Frankreich, überall durch sein Spiel Staunen und Bewunderung erregend. Von Paris aus ging Pugnani 1782 nach Turin zurück, während V. in der franz. Hauptstadt blieb. Hier spielte er in öffentlichen und Privatkonzerten, wurde Accompagnateur der Königin und 1789 Direktor der Italienischen Oper. Im J. 1792 trieben ihn die Revolutionswirren nach London, welches er als angeblicher Agent und Spion der revolutionären Propaganda bald verlassen und mit Hamburg vertauschen mußte, von wo er 1795 nach London zurückkehrte und zunächst dort hauptsächlich Weingeschäfte betrieb. In den J. 1801 und 1814 war er vorübergehend in Paris. Dann übernahm er 1819 daselbst die Direktion der Großen Oper, die er unter mißlichen Verhältnissen bis ins J. 1822 führte. Kränkelnd zog er sich hierauf zurück und starb 10. März 1824 zu London. Vis in jedem Betracht als wundervoll von seinen Zeitgenossen gerühmtem Spiele kann das manches andern Geigers an die Seite gestellt werden; aber nur den allergrößten Meistern seines Fachs ist er beizuzählen durch die lange Reihe länzender Kompositionen für sein Instrument, die stets Geltung behalten werden und die der Hauptsache nach in 29 Violinkonzerten, 21 Streichquartetten und ebenso vielen Streichtrios, 51 Violinduetken und 18 Sonaten für Violine und Baß bestehen.