Vision (lat.) ist im engern Sinne gleichbedeutend mit Gesichtshallucination (s. Hallueinationen), d. h. einer sinnlich lebhaften (phantastischen) Gesichtswahrnehmung ohne entsprechendes äußeres Objekt, insbesondere mit Gesichtshallucinationen, welche auf der Grundlage von Ideen (3. B. religiösen) entstehen, die ihren Träger lebhaft beschäftigen und sein Gemüt intensiv erregen. Man hat demgemäß den Vorschlag gemacht, die Bezeichnung V. auch auf Gehörs⸗, Geruchs- u. s. w. Hallucinationen auszudehnen, welche sich im Anschluß an lebhafte Ideen, gewissermaßen als plastische Verdichtungen solcher entwickeln («psychische Hallucinationen mancher Autoren). Es gehören hierher auch die V., wie sie Swedenborg, der Magus von Norden, Hamann, und besonders Justinus Kerner (in der «Seherin von Prevorsto) beschrieben, Erscheinungen von Gestalten und Ereignissen, die in das übernatürliche und Ubersinnliche hineinragten, von einem Verkehr mit Geistern und Verstorbenen handelten, die Auskunft über das Jenseits gaben, Zukünftiges schauen ließen u. s. w., Erzeugnisse einer lebhaften und krankhaft überreizten Phantasie, hervorgerufen durch ein solchen Reflexionen ausschließlich gewidmetes Denken.