Vitriole nennt man eine Gruppe des Mineralreichs, deren im Wasser leicht lösliche Glieder schwefelsaure Salze von schweren Metallen mit einem Gehalt von meist 7 Molekülen Krystallwasser darstellen; sie entstehen in ersichtlicher Weise als sekundäre Orydationsprodukte aus den ältern Schwefelmetallen. Zu ihnen gehören, in dem rhombischen System krystallisierend: der farblose Zinkvitriol, Ius0, + 7He O, in körnig stalaktitischen und krustenförmigen Gestalten, der zu Goslar, Schemnitz, Fahlun aus der Zinkblende hervorgeht; der smaragdgrüne haarförmige und faserige Nickelvitriol, NiS0 +7HO, von Riechelsdorf, dem Kap Ortegal in Spanien; der rötlichweiße Fauserit, ein Manganvitriol von analoger Zusammensetzung, welcher sich in den alten Bergwerken von Herrengrund bildet. Auch ist hierher gewissermaßen zu rechnen das Bittersalz, ein Magnesiavitriol von der entsprechenden Formel MgS0 + 7H0, als farblose Ausblühungen des Bodens und mancher Gesteine, auch auf Erzgängen. Alle diese rhombischen V. sind untereinander isomorph. Andere V. gehören dem monoklinen Krystallsystem an, wie der grüne Eisenvitriol, Pes0 +7U120, mit seinen stalaktitischen Zapfen, traubigen und krustenähnlichen Gestalten, der aus dem Eisenkies und Markasit entsteht, ferner die blaß rosenroten flockigen Efflorescenzen des Kobaltvitriols von Bieber bei Hanau. Das Bittersalz kann auch künstlich in ebenso wie der Eisenvitriol gestalteten monoklinen Krystallen erhalten werden, und ein ferneres Beispiel einer solchen Dimorphie bietet der Mallardit, ein mit dem Fauserit chemisch identischer, aber monokliner Manganvitriol. Der Kupfervitriol, Formel: CnS0 + 5H- O, unterscheidet sich von den genannten V. dadurch, daß er nur 5 Moleküle Krystallwasser besitzt und in dem triklinen System krystallisiert; in der Natur findet er sich gewöhnlich nur als stalaktitische Aggregate, als überzug oder Beschlag, in alten Kupfergruben, wo er meist aus Kupferkies entsteht. Der aus dem Bleiglanz hervorgehende, auch Bleivitriol genannte Anglesit, PbS0., ist, wegen des Mangels an Krystallwasser, kein eigentlicher V.