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ErdkundeBrockhaus 1882

Vitre, Stadt und Hauptort eines Arrondissements im franz. Depart. Ille-et-Vilaine, an der Vilaine, Station der Linie Paris-Brest der Westbahn, von welcher hier die Bahn noch titweie Moidrey-Mont-St.⸗Michel abzweigt, noch teilweise von Mauern und Wällen umgeben, mit engen und schlecht gepflasterten Straßen und vielen Fachwerk- und Holzbauten, von einem Schlosse aus dem 14. und 15. Jahrh. überragt, welches jetzt zum Gefängnis eingerichtet ist, zählt (1881) 7430 (Gemeinde 10314) E. und hat beträchtliche Gerberei und Fabrikation von Mützen, Flanell, Segeltuch und wollenen Strümpfen. Die Hauptkirche Notre-Dame ist ein schöner got. Bau saus dem 15. und 16. Jahrh. mit einem Triptychon von emailliertem Kupfer, eine Arbeit aus Limoges von 1544. Etwa 6 km südlich von der Stadt befindet sich das Chäteau des Rochers aus dem 15. Jahrh. mit einer Galerie von Porträts aus dem 17. Jahrh.; auf diesem Schlosse wohnte Madame de Sévigné. V., mittellat. Vitriacus, war unter den Bourbonen eine Baronie der de la Tremoille.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 297Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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