FeedVoigt (Christian Gottlob von)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Voigt (Christian Gottlob von), sachsen-weimarischer Staatsminister, geb. 23. Dez. 1743 zu Allstedt, studierte zu Jena die Rechte, war 1766 —70 Accessist an der Bibliothek zu Weimar, 1770—77 Amtmann in seiner Vaterstadt und wurde dann als Regierungsrat nach Weimar berufen, wo er zu den höchsten Amtern aufstieg und den Adelsstand erhielt. Er lebte im engsten Verein mit Musäus, Wieland, Herder, Schiller und mit Goethe, mit dem er viel für Bibliothek, Universität wie überhaupt für Kunst und Wissenschaft that, und starb 22. März 1819. Vgl. O. Jahn, «Goethes Briefe an Christian Gottlob von V.» (Lpz. 1868). Christian Gottlob von V., des vorigen Sohn, geb. 27. Aug. 1774 zu Allstedt, genoß in Weimar unter anderm auch Herders Unterricht. Er bezog 1789 die Universität zu Jena, wo er die Rechte studierte, und wurde 1796 Assessor in der Regierung zu Weimar, 1798 Regierungsrat, 1801 zugleich Geh. Archivar und 1806 Geh. Regierungsrat. Vermählt war er erst mit Amalie Ludecus, von der er 1809 geschieden wurde, dann seit 1811 mit Herders Schwiegertochter, der Witwe des Doktors der Medizin von Herder, Henriette Maria, geborene Schmidt. Er starb zu Weimar 19. Mai 1813 infolge der Schrecknisse seiner gemeinschaftlichen Verhaftung mit dem Hofmarschall Freiherrn Spiegel von Pickelsheim und Abführung auf den Petersberg zu Erfurt auf Befehl des Marschalls Ney. Johann Karl Wilhelm V., Bruder des Staatsministers und Oheim des vorigen, geb. 20. Febr. 1752 zu Allstedt, erhielt in Kloster Roßleben seine Schulbildung und studierte 1773 — 75 in Jena die Rechte. Neigung zog ihn jedoch zu den Naturwissenschaften, besonders zur Mineralogie. Er besuchte seit 1776 die Bergakademie zu Freiberg, und nachdem er 1778 nach Weimar zurückgekehrt, bereiste er 1780 im Auftrage des Herzogs das weimarische Land in mineralog. Hinsicht, worüber sich die Berichte in seinen Mineralog. Reiseno (2 Bde., Dessau u. Weim. 1782—85) finden. Sodann begleitete er den Herzog auf dessen Reisen als Naturforscher und untersuchte auch im Auftrage des Fürstbischofs von Fulda das Hochstift Fulda in mineralog. Hinsicht. Doch blieben Beobachtungen über vulkanische Entstehung des Basalts und andere Fossilien sein Hauptaugenmerk. V. schrieb «Drei Briefe über die Gebirgslehres (Weim. 1785), die dann unter dem Titel »Handbuch der praktischen Gebirgskunder (Weim. 1792) neu bearbeitet wurden. Im J. 1785 wurde er Bergsekretär und 1789 Bergrat in Ilmenau. Im J. 1801 machte er eine Reise nach den Braunkohlenwerken und Basalten in Hessen, die ihm das Material zu seiner »Mineralog. Reise nach den Braunkohlenwerken und Basalten in Hessen u. s. w. »(Weim. 1802) und zu dem Versuch einer Geschichte der Steinkohlen, der Braunkohlen und des Torfso (2 Bde., Weim. 1802), welche in Göttingen den Preis erhielt, darbot. Sein letztes Werk war die „Geschichte des Ilmenauischen Bergbaueso (Sondersh. 1821). Er starb 1. Jan. 1821. Bernhard Friedrich V., des vorigen Sohn, geb. zu Weimar 1787, erlernte das Buchhändlergeschäft in seiner Vaterstadt, bildete sich darin in Leipzig, Basel, Nürnberg, Straubing und Freiburg aus, begründete 1812 eine Sortiments⸗ und Verlagsbuchhandlung zu Sondershausen und hatte dann eine Verlagshandlung in Ilmenau, bis er 1834 sein Geschäft nach Weimar verlegte. Verdienst erwarb er sich um Ilmenau als Stadtältester und als ständischer Abgeordneter. Unter den zahlreichen von ihm verlegten Werken sind hervorzuheben eine Reihe von naturwissenschaftlichen und technolog. Werken, unter letztern insbesondere der »Schauplatz der Künste und Handwerkes, endlich auch der Neue Nekrolog der Deutschen (Jahrg. 1—30, nebst drei Registerbänden, 1823—52). Er starb 17. Febr. 1859 zu Weimar. Nach seinem Tode ging die Firma auf seine Söhne Karl V. (geb. 23. Dez. 1814, gest. 14. Okt. 1877) und Heinrich V. über, welche das Geschäft in altem Ansehen erhielten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 314Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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