Göttling (Karl Wilh.), verdienter Philolog und Altertumsforscher, geb. 19. Jan. 1793 zu Jena, besuchte 1808—11 das Gymnasium zu Weimar und begann dann in Jena das Studium der Philologie, welches er, nachdem er 1814 im Korps der freiwilligen sachs.⸗weimar. Jäger am Feldzug teilgenommen, zu Berlin unter Wolf, Böckh und Buttmann fortsetzte. Im Frühjahr 1816 wurde er Professor am Gymnasium zu Rudolstadt, Ostern 1819 Direktor des Gymnasiums in Neuwied, 1822 außerord. Professor der Philologie in Jena, 1826 Direktor des philol. Seminars und Aniversitätsbibliothekar, 1829 Honorarprofessor und 1832 ord. Professor daselbst. G. reiste 1828 nach Italien, 1840 nach Griechenland, w1846 und 1847 nach Paris und London und 1852 abermals nach Griechenland und Konstantinopel. Auf seine Anregung wurde 1845 ein archäol. Museum in Jena gegründet, von welchem er ein beschreibendes Verzeichnis (3. Aufl., Jena 1854) herausgab. Er starb 20. Jan. 1869. Unter G.s Werken sind hervorzuheben die Ausgaben der «Politicas (Jena 1824) und der «Oeconomicas (Jena 1830) des Aristoteles, sowie die der Gedichte des Hesiod (in der Bibliotheca graecavon Dach, und Rost, Gotha 1831; 3. Aufl. besorgt von Flach, Lpz. 1880), sodann die «Geschichte der röm. Staatsverfassung bis auf Cäsars Todo (Halle 1840). Ferner veröffentlichte er: cUber das Geschichtliche im Nibelungenlieder (Rudolst. 1814),Nibelungen und Ghibellinend (Rudolst. 1817), Allgemeine Lehre vom Accent in der griech. Sprache⸗ (Jena 1835), «Funfzehn röm. Urkunden v (Halle 1845), Thusnelda, Arminius' Gemahlin, und ihr Sohn Thumelicus in gleichzeitigen Bildnissen nachgewiesend (Jena 1843; 2. Aufl. 1856), (Gesammelte Abhandlungen aus dem klassis chen Altertumo (Bd. 1, Halle 1851; Bd. 2, Münch. 1864), 40puseula academica (Lpz. 1869). Der Briefwechsel zwischen Goethe und G.y erschien 1880 in München. Vgl. Lothholz, «Karl Wilhelm G.» (Starg. 1876).