FeedVoigt (Georg)
GeschichteBrockhaus 1882

Voigt (Georg), Historiker, der Sohn des vorigen, geb. 5. April 1827 zu Königsberg in Preußen, erhielt daselbst seine Gymnasialbildung und widmete sich dann auf der Universität erst jurist., dann histor. Studien, worauf er sich 1851 den Doktorgrad erwarb. Durch seinen Vater wurde er in der mittelalterlichen, besonders archivalisch-urkundlichen Sphäre heimisch gemacht. Auf seine wissenschaftliche Richtung wirkten besonders die Schriften Niebuhrs und Rankes ein. Nachdem V. seit 1855 die Stelle eines Custos an der Universitätsbibliothek zu Königsberg bekleidet, folgte er 1858 einem Rufe als Honorarprofessor nach München, um daselbst unter der Oberleitung Sybels die Herausgabe der deutschen Reichstagsakten zu übernehmen. Im J. 1860 ging er als ord. Professor der Geschichte nach Rostock und 1866 als solcher nach Leipzig. Seine Hauptwerke sind Die Wiederbelebung des klassischen Altertums oder das erste Jahrhundert des Humanismusv (Berl. 1859; 2.Aufl. 1880 -81) und vor allem «Enea Silvio de' Piccolomini, als Papst Pius II., und sein Zeitalter (3 Bde., Berl. 1856—63), ferner «Die Geschichtschreibung über den Zug Karls V. gegen Tunis 1535 (Lpz. 1872), „Die Geschichtschreibung über den Schmalkaldischen Krieg » (Lpz. 1874), «Moritz von Sachsen 1541— 47 (Lpz. 1876). Außerdem veröffentlichte er die „Denkwürdigkeiten des Minoriten Jordanus von Gianov (Lpz. 1870).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 315Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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