FeedWinkelmann (Eduard)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Winkelmann (Eduard), Historiker, geb. zu Danzig 25. Juni 1838, besuchte das Gymnasium daselbst und studierte in Berlin und Göttingen unter Ranke und Waitz. Aus der schon dort mit Vorliebe betriebenen Erforschung der staufischen Zeit erwuchs sowohl seine Dissertation: De regni Siciliae administratione, qualis fuerit regnante Friderico II imperatores (Berl. 1859), als auch das preisgekrönte Werk: «Geschichte Kaiser Friedrichs II. und seiner Reiches (Bd. 1, Berl. 1863; Bd. 2, Reval 1865). Nach kurzer Beschäftigung an den Monumenta Germaniae historicas wurde W. 1860 Oberlehrerl der Geschichte an der Ritter⸗ und Domschule in Reval, habitilierte sich 1865 an der Universität Dorpat und wurde 1866 zum etatsmäßigen Docenten ernannt. Im Frühling 1869 als außerordentlicher Professor nach Bern berufen, wurde er schon im Herbst zum Ordinarius befördert. In der gleichen Stellung wirkt er seit dem Herbst 1873 in Heidelberg. Im März 1883 wurde er zum Vorstand der badischen Historischen Kommission ernannt. Bei Gelegenheit des 500jährigen Jubiläums der Universität Heidelberg 1886 wurde er von der jurist. Fakultät zum Dr. juris und vom Großherzog von Baden zum Geh. Hofrat ernannt. Zahlreiche Aufsätze von ihm erschienen namentlich in der Baltischen Monatsschrifto, Sybels «Histor. Zeitschrifts, den «Forschungen zur deutschen Geschichtes, KMitteilungen des österr. Institutso und der «Allgemeinen deutschen Biographie vo. Von seinen Arbeiten sind noch hervorzuheben: «Fratris Arnoldi de correctione ecclesiae epistolas (Berl. 1865), 4Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweige (2 Bde., Lpz. 1872 — 78), «Des Mag. Petrus de Ebulo Liber ad honorem augustiv (Lpz. 1874), «Acta imperii inedita seculi XIII et XIVy (2 Bde., Innsbr. 1880-85), «Sicilische und päpstliche Kanzleiordnungen» (Innsbr. 1880); Ueber die ersten Staatsuniversitäteno (Prorektoratsrede, Heidelb. 1880), «Geschichte der Angelsachsen bis auf König Aelfrede (Berl. 1883). Aus der Zeit seines livländischen Aufenthalts stammen folgende Veröffentlichungen: Die Kapitulationen der Stadt Reval und der estländischen Ritterschaftv (Reval 1865), «Livländische Forschungen» (Riga 1868), Joh. Meilof, zur Geschichte des röm. Rechts in Livlande (Dorpat 1869) und Bibliotheca Livoniae historicas (Petersb. 1870; neue Bearbeitung, Berl. 1878). Im Auftrage der Universität gab er zu ihrem 500jährigen Jubiläum das Urkundenbuch der Universität Heidelberg. Bd. 1 Urkunden, Bd. 2 Regesteno (Heidelb. 1886) heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 686Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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