Voigtel (Karl Eduard Richard), Dombaumeister zu Köln, geb. 31. Mai 1829 zu Magdeburg, erhielt daselbst seine Gymnasialbildung und bezog 1849 die Bauakademie zu Berlin. Nachdem er zu Berlin, Dirschau und Posen bei verschiedenen Wasser- und Hochbauten thätig gewesen, führte ihn 1853 die Übernahme eines Kirchenbaues an den Rhein, wo er bald in persönliche Beziehungen zu dem Dombaumeister Zwirner trat, dessen Stellvertreter er 1855 wurde. Das erste Probestück seiner Tüchtigkeit war die Berechnung, Konstruktion und Aufstellung sowohl des eisernen Daches für den Hauptbau wie auch des Mittelturms. Nach Zwirners Tode übernahm V., der bereits 1862 zu dessen Nachfolger als Dombaumeister ernannt worden, die Fortführung und Vollendung des Baues. (S. Kölner Dom.) Seit 1865 wurden sämtliche den Dom verdeckende Gebäude abgebrochen und der gewonnene Raum nach V.s Plänen mit Terrassenanlagen, Freitreppen, Fontänen und Gartenanlagen geschmückt. Außer seinen Leistungen als Dombaumeister entwarf V. Pläne zu mehrern Kirchen und öffentlichen Gebäuden in der Provinz Posen, restaurierte die schöne Kirche zu Sinzig, die Minoritenkirche zu Köln, das Schloß zu Moyland u. s. w. Für viele große Baue (wie die Petrikirche in Hamburg, die Dome zu Ulm u. s. w.) wurden seine Gutachten eingeholt, ebenso ward er vielfach als Schiedsrichter bei Konkurrenzplänen gewählt. Am Tage des Dombaufestes (15. Okt. 1880) wurde V. zum Geh. Regierungsrat ernannt.