FeedVokale sind Sprachlaute
TierreichBrockhaus 1882

Vokale sind Sprachlaute, welche gebildet werden durch den im Kehlkopf erzeugten Stimmton, modifiziert durch verschiedene Gestaltung (Erweiterung, Verengerung) der Mundhöhle. So entsteht 3z. B. a, wenn die Lippen über die normale Lage hinaus geöffnet sind und die Zunge flach liegt; i, wenn durch Annäherung der mittlern Zunge an den Gaumen eine Verengerung der Mundhöhle entsteht; u, wenn diese Verengerung durch die Lippen gebildet wird; der Stimmton des Kehlkopfes ist dabei an sich immer derselbe. Zu den nur durch diesen Stimmton hervorgebrachten Lauten gehört aber eine größere Anzahl von Lauten als die gewöhnlich sog. Vokale (4, e, i, o, u u. s. w.), nämlich auch um (Nasale), 1! (Liquide), und die neuere Phonetik faßt diese mit den V. im gewöhnlichen Sinne als Sonorlaute (im Gegensatz zu den Geräuschlauten) zusammen. Alle Sonorlaute können Silben bilden, oder, wie man gewöhnlich sagt, als Silbenvokale verwendet werden, r, I, m, n so gut wie a u. s. w., z. B. im Czechischen sind r in prst (Finger), 1 in vlk (Wolf) nicht Konsonanten, sondern Vokale. (S. Konsonant.) Je nach der Zeitdauer, die ein Vokallaut einnimmt, unterscheidet man kurze und lange V. (Quantität der V.). Ein langer gilt gleich zwei kurzen, also à A + ü. Zwei ungleichartige V., d. h. die Verbindungen, in denen nicht derselbe V. zweimal gesetzt ist, bilden als Eine Silbe zusammengesprochen einen Diphthongen, z. B. ai, au, ui u. s. w.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 317Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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