Vulgaäta ist der Name der lat. Bibelübersetzung, welche in der röm.⸗kath. Kirche als die authentische gilt. Dieselbe ist wohl zu unterscheiden von der ältesten lat. Bibelübersetzung (gewöhnlich, aber fälschlich IJtala genannt), welche noch in bedeutenden Bruchstücken erhalten ist. Hieronymus verbesserte die letztere, soweit sie das Neue Testament umfaßte, um 383, fertigte dann aber in den J. 385 —405 eine neue lat. Übersetzung des Alten Testaments nach dem hebr. Grundtext. In der Folge kam diese Hieronymianische übersetzung in den allschntde Gebrauch und wurde daher im Unterchiede von den alten übersetzungen V., d. h. die allgemein gebrauchte, genannt. Ihr kirchliches Ansehen wurde von den Reformatoren des 16. Jahrh. verworfen, weil sie den Sinn der Urschrift nicht immer gehörig ausdrücke und verschiedene Unrichtigkeiten enthalte. Das Konzil zu Trient setzte 27. Mai 1546 fest, daß die V. auch künftig im kirchlichen Gebrauche als die einzige beglaubigte übersetzung gelten sollte; namentlich sollten alle Beweisstellen nur nach dieser übersetzung angeführt werden. Doch wurde den Gelehrten gestattet, daneben auch den Grundtext zu studieren. Vgl. Kaulen, „Geschichte der V.»(Mainz 1869); derselbe, KHandbuch der V. (Mainz 1870); Rönsch, Itala und V.v (2. Aufl., Marburg 1875).