FeedHagiogräpha (grch.)
ReligionBrockhaus 1882

Hagiogräpha (grch.), d. i. heilige Schriften, auch Graphai, Schriften schlechthin, ist der Name für den dritten, zwar ebenfalls heilig gehaltenen, aber teilweise von der gottesdienstlichen Vorlesung in den Synagogen ausgeschlossenen Teil des hebr. Kanons, welcher die Psalmen, Sprichwörter, Hiob, das Hohe Lied, das Buch Ruth, die Klagelieder des Jeremias, den Prediger Salomo, das Buch Esther, Daniel, Esra, Nehemig und die Bücher der Chronik umfaßt. Dieser Teil des Kanons wurde am spätesten abgeschlossen, und es konnten noch einige Schriften und Stücke aus dem 3., 2. und Anfang des 1. Jahrh. v. Chr. in demselben Aufnahme finden. In der griech. übersetzung des Alsten Testaments sind die H. nicht als selbständige Sammlung wie im hebr. Kanon zusammengestellt, sondern sachlich geordnet, Ruth, Chronik, Esra, Nehemia, Esther unter die historischen, Klagelieder und Daniel unter die prophetischen Bücher eingereiht, die übrigen als poetische Stücke nachgestellt. Dieselbe Anordnung ging auch in die Vulgata und in die luth. Bibelübersetzung über. (S. Bibel.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 705Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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