Vulkane sind kegelförmige Berge oder Hügel, welche durch einen Kanal mit dem Erdinnern in Verbindung stehen und mancherlei gasförmigen, besonders aber glutflüssigen Materialien zum Ausgang dienen oder gedient haben. Nach Bauart und Entstehungsweise unterscheidet man dane des. und homogene V. Wird glutflüssige Masse des Erdinnern durch Spalten der Erdkruste auf deren Oberfläche gepreßt und kommt auf diesem Wege mit in die Tiefe gedrängtem Wasser in Konflikt, so baut sich durch Anhäufung der infolge solcher Explosionen entstandenen und emporgeschleuderten Aschen und Lapillis ein geschichteter V. auf; steigen hingegen die glutflüssigen Massen in die Höhe, ohne auf größere Wasseradern zu stoßen, so stauen sie sich auf der Erdoberfläche zu glockenförmigen Kuppen an oder breiten sich deckenartig aus (homogene V.). Die geschichteten V. (3. B. Vesuv, Atna) bestehen aus lauter Lagen von Romben, Lapillis und Aschen, sowie von Laven, welche von dem centralen Eruptionsschlunde aus nach außen geneigt sind. Die trichter- oder kesselförmige Erweiterung des letztern heißt der Krater. Zu dem Hauptkrater gesellen sich oft noch zahlreiche (z. B. beim Atna über 200), an den Abhängen des V. liegende Nebenkrater. Bei jahrhundertelanger Ruhe eines V. brechen die Wände seines Kraters allmählich zusammen, sodaß weite tellerartige Vertiefungen entstehen, die von einem nach innen steil abstürzenden Walle, dem ruinenhaften überbleibsel des allmählich verschwindenden Vulkankegels ganz oder teilweise umschlossen wird. Einen solchen sog. Einsturzkrater repräsentiert z. B. das Atrio und die Monte-Somma am Vesuv, das Val del Bove am AÄtna. Finden später neue Eruptionen statt, so baut sich inmitten des Einsturzkraters ein neuer Eruptionskegel auf. Da das Material der V. auf Spalten, welche die Erdkruste durchsetzen, empordringt, so sind die V. entsprechend den Spalten, denen sie aufsitzen, meist in Reihen angeordnet. Die Zahl der zu einer solchen i. V. ist ebenso verschieden, wie ihre Längenausdehnung. Als solch eine Vulkanreihe kann man die gesamten V. der Westküste Süd⸗ und Mittelamerikas auffassen, die dann eine Länge von über 7000 km besitzt. Da die Entstehung der geschichteten V. von der Mitwirkung des Wassers abhängig ist, so ist es auch erklärlich, daß dieselben fast ausnahmslos an die Nähe des Meeres gebunden sind. Man hat die V. in erloschene und in thätige geteilt; jedoch erlischt die Thätigkeit eines V. niemals vollständig, wenn auch jahrhundertelange Ruhepausen zwischen den eigentlichen Eruptionen stattfinden können. Aber auch die sog. thätigen V. befinden sich für gewöhnlich im Zustande der Ruhe, in welchem sie nur Gasarten und Dämpfe ausstoßen; nur wenige, wie z. B. der Stromboli (Liparische Inseln), sind schon seit langer Zeit im ununterbrochenen Zustande der Cruption begriffen. Wenn ein B. aus dem Zustande der Ruhe in den der Eruption übergeht, so zeigt sich das gewöhnlich zunächst durch inneres Getöse und erdbebenartige Erschütterung seiner nächsten Umgebungen an. Dann verstärkt sich die Dampfsäule (Pinie), der Kraterschlund öffnet sich durch die Gewalt ausströmender Dämpfe und Gase; Schlackenstücke und zerstiebte Lavateile werden zum Teil als feiner Staub, sog. Asche, oder als Lapilli hoch in die Luft geschleudert. Dann steigt eine Lavasäule im Kraterschlunde empor und füllt diesen entweder bis zur tiefsten Stelle des Randes, oder sie findet einen tiesern Ausweg durch irgendeine Spalte des Bergs. In beiden Fällen aber bildet die abfließende Lava (s. d.) sog. Lavaströme, welche saht bald erstarren, aber oft nur sehr langsam ganz abkühlen. Mit der Lavaergießung hören gewöhnlich die heftigsten Cruptionserscheinungen, die Erschütterungen und Schlackenauswürfe auf, und der Eruptionszustand geht dann häufig wieder in den Ruhestand über. Während der Eruption bilden sich oft heftige Gewitter, deren Blitz, Donner und Regengüsse sich mit dem Getöse des Bergs und mit der Dampf⸗ und Aschensäule mischen. Die homogenen V. en, Oyne durch einmalige Massenausbrüche von Laven, ohne daß es zur Bildung von Aschen, Sanden und Lapillis käme. Sie besitzen die Gestalt glockenförmiger Kegel, kuppenförmiger Hügel, domförmiger Piks oder ausgebreiteter Decken. Hierher gehören die Basalt- und Phonolithberge Mitteldeutschlands, Nordböhmens, Ungarns und Siebenbürgens. Vgl. Scrope, «über V.y (deutsch von Klöden, Berl. 1872); Schmidt, 4Vulkanstudien» (Lpz. 1874); Fuchs, „V. und Erdbebeno (Lpz. 1875); Falb, Gedanken und Studien über den Vulkanismusp (Graz 1875); Mallet, aüber vulkanische Krafto (aus dem Englischen von Lasaulx, Bonn 1875). Die sog. Schlammvulkane, Bollitori oder Salsen stehen nur in sehr entfernter Beziehung zu der eigentlichen vulkanischen Thätigkeit. Es sind mächtige Anhäufungen von thonigem Schlamme, aus denen teils brennbare, teils andere Gasarten hervortreten, indem sie, sobald der Schlamm durch Austrocknen eine feste Kruste zu bekommen anfängt, diese aufblähen und um kraterartige Offnungen herum zu kleinen Kegeln aufwerfen. Solche Schlammvulkane, aus denen zuweilen auch brennende Gasarten zu hohen Flammen aufschlagen, oder Naphtha, Bergöl und Salzlösungen hervorquellen, kennt man bei Girgenti auf Sicilien unter dem Namen Macaluba, bei Sassuolo in Modena, in der Krim, auf der Halbinsel Taman, an den Ufern des Kaspischen Meeres, auf Java, auf Trinidad und bei Cartagena in Columbien.