Kielholen heißt ein Schiff auf die Seite legen, daß man zum Kiel kommen und diesen ausbessern oder den untern Teil des Schiffsbauchs kalfatern, mit Kupfer beschlagen oder eine andere Ausbesserung daran vornehmen kann. Außerdem hieß Kielholen eine zuerst von den Holländern eingeführte, gegenwärtig allenthalben abgeschaffte barbarische Strafe auf Schiffen. Der Delinquent ward hierbei in einen bleiernen Brustharnisch gesteckt, an den Füßen mit Gewichten beschwert und so mittels Seile dreimal unter dem Kiel des Schiffs hindurch und wieder zurückgezogen. Hatte der Delinquent diese lebensgefährliche Exelution Duich überstanden, so erhielt er meist noch eine ihm durch Urteil auferlegte Anzahl Hiebe. „Kielhorn (Franz Lorenz), namhafter Sanskritist, geb. 31. Mai 1840 zu Osnabrück, studierte zu Göttingen, Breslau, Berlin, London und Oxford klassische Philologie und Sanskrit, war 1866—81 Professor des Sanskrit am Deccan-College zu Poona und ist seit 1882 Professor des Sanskrit zu Göttingen. Seine wichtigsten Arbeiten sind: «Gantanava's Phitsütrap (nebst Übersetzung, Lpz. 1866), „(Nägozibhatta's Paribhäshenduçekhara (Bd. 1, Text, Bombay 1866; Bd. 2, übersetzung, Bombay 1874, erschienen in der Bombay Sanskrit Serieso, die er w1866 mit Bühler gegründet Rahe Sanskrit Grammaro (Bombay 1870; 2. Aufl. 1880), Katyàyana and Patanjalis (Bombay 1876), «Vyaàkaranamahäbhäshya (Bd. 1—3, Bombay 1880—84). Kielmansegg (Grafen von), ein aus Holstein stammendes Geshecht, welches ursprünglich Kiel—⸗ mann hieß. Der Gottorfsche Hofkanzler Johann Adolf Kielmann, geb. 1612, gest. 1676, erhielt 1641 ein kaiserl. Adelsdiplom,‚ 1652 eine Wappenbesserung und das Prädikat «von Kielmansegg Dessen Söhne wurden 1679 in den Freiherrenstand und dessen Enkel, unter ihnen Georg Ludwig, geb. 1705, gest. 1785 als kurhannov. General der Dpsn der Stammyater der bis jetzt blühenden inien, 1723 in den Grafenstand erhoben. Ein nachweislicher Zusammenhang dieser Familie mit der aus Hattingen stammenden und seit 1632 freiherrlichen Familie Kielmann von K. in Ssterreich besteht nicht. Jetziges Haupt der Familie ist Graf [Alexander, geb. 13. Aug. 1833, Besitzer der Majorats- und Fideikommißgüter Gülzow u. s. w., k. k. Kämmerer. Vgl. Familienchronik der Herren, Freiherren und Grafen von K.v (Lpz. 1872).