Wagner (Herm.), Geograph und Statistiker, Sohn des Physiologen Rudolf Wagner (s. d.)/ und Bruder des Nationalökonomen Adolf Wagner (s. d.), geb. zu Göttingen 23. Juni 1840, besuchte das Gymnasium in Göttingen und studierte hier und in Erlangen Mathematik und Naturwissenschaften. Seit 1864 am Gymnasium zu Gotha beschäftigt, nahm er bald regern Anteil an den Arbeiten des geogr. Instituts von Justus Perthes; insbesondere übernahm er 1868—76 die Redaction des statist. Jahrbuchs im «Gothaer Almanacho, das er wesentlich vervollständigte und umgestaltete, und begründete mit E. A. Behm die Publikation „Bevölkerung der Erder (Ergänzungshefte zu Petermanns Mitteilungen)), eine maßgebend gewordene kritische Übersicht über die zerstreuten Materialien der Areal- und Bevölkerungsstatistik. Eine Wandkarte von Deutschland (1879) erschien 1886 in 4. Auflage. Als Preußen 1875 mit Errichtung geogr. Professuren vorging, folgte W. einem Rufe nach Königsberg (1876) und ward 1880 Nachfolger von Wappaeus in dem Lehrstuhl für Geographie und Statistik in Göttingen. Durch diese akademische Thätigkeit ward W. mehr zur Ausgestaltung der geogr. Gesamtwissenschaft geführt. Dieser galten die Berichte über die Entwickelung der Methodik der die eitung im (Geogr. Jahrbuch » (Gotha), wie die eitung der Redaction dieses letztern selbst, welche W. seit 1879 übernahm. Ferner gehört hierher die Neubearbeitung von Guthes Lehrbuch der Geographies 4. Aufl., Hannov. 1879; 5. Aufl., 2 Bde., 1883) und zahlreiche kleinere Arbeiten und Kritiken.