Wagner (Moritz), verdienter Reisender, Geo-Rade) und Naturforscher, Bruder des Physiologen tudolf W., geb. 3. Okt. 1813 zu Bayreuth, besuchte 1833—36 die Universitäten Er angen und München. Durch Cottas Unterstützung erhielt W. 1836 die Mittel zu einer ersten wissenschaftlichen Reise nach Nordafrika, wo ihn die franz. Regierung zum Mitglied der wissenschaftlichen Kommission ernannte, welche die Armee nach fKnthalts in begleitete. Die Resultate dieses Aufenthalts in Alerien legte er in den «Reisen in der Regentschaft lgier in den J. 1836, 1837 und 18385 (3 Bde., Lpz. 1841, nebst einem naturhistor. Anhang und einem Kupferatlas) nieder. Nach seiner Rückkehr aus Algier besuchte W. einige Jahre die Universität Göttingen, woselbst er Mit Unterirrrn mit geolog. Studien beschäftigte. it Unterstützung der berliner Akademie unternahm er 1842 eine zweite wissenschaftliche Reise, auf welcher er drei ahre lang die Küstenländer des Schwarzen Meers, den Kaukasus, Armenien, Kurdistan und Persien durchwanderte. Die bedeutenden naturwissenschaftlichen Sammlungen, die er zurückbrachte, befinden sich in den Museen zu München, Wien und Paris, während er seine Reiseberichte in den Werken: „Der Kaukasus und das Land der Kosakend (2 Bde., Lpz. 1847), „Reise nach Kolchis „ (Lpz. 1850), Reise nach dem Ararat und dem Hochlande Armeniens o (Stuttg. 1850) und „Reise nach Persien und dem Lande der Kurdeno (2 Bde., Lpz. 1852) niederlegte. WM. bereiste 1852—55 mit Scherzer einen großen Teil von Amerika, namentlich Canada, die Vereinigten Staaten, Centralamerika und Westindien. Von beiden Forschern gemeinschaftlich erschienen Reisen in Nordamerika » (3 Bde., Lpz. 1854) und „Die Republik Costa-Ricav (Lpz. 1856). atte W. nach seiner Rückkehr seinen Wohnsitz in unchen genommen, wo er von König Max II. mit einer abermaligen Forschungsreise nach der Neuen Welt beauftragt ward. Er bereiste 1857 und 1858 die Gebirgsgegenden des Staates Panamä, namentlich die in den Chiriqui, und 1859 die östl. Landschaften in den Anden von Ecuador. Nachdem er 1860 mit reichhaltigen, den münchener Museen einverleibten Sammlungen zurückgekehrt, veröffentlichte er die wissenschaftlichen Ergebnisse dieser Reisen in einer Reihe von akademischen Denkschriften, in Petermanns «Mitteilungen» und in der berliner „Zeitschrift für allgemeine Erdkunder. W. ward seitdem zum Ehrenprofessor der Länder- und Völkerkunde an der Universität München und selbs Konservator des neuen ethnogr. Museums daselbst ernannt. Auch wählte ihn die Akademie zu ihrem Mitgliede. Ein größeres Werk von ihm erschien unter dem Titel Naturwissenschaftliche Reisen im tropischen Amerika» (Stuttg. 1870). Seitdem beschäftigte sich W. fast ausschließlich mit Beiträgen zur Darwinschen Entwickelungslehre. Er publizierte «Die Darwinsche Theorie und das Migrationsgesetz der Organismeno (Lpz. 1868), cliber den Einfluß der geogr. Isolierung und Kolonienbildung auf die morpholog. Veränderungen der Organismeno (Münch. 1871). Als Fortsetzung folgte diesen Schriften eine Reihe von Abhandlungen in der Monatsschrift „Kosmoso und im „Ausland »5. Die Theorie W.s, welche die Darwinsche Zuchtwahllehre mehr berichtigen und ergänzen als widerlegen will, sucht die These zu beründen: daß in dem Prozeß der Artbildung die atur weit mehr durch das einfache Mittel der Zsolierung und Inzuchto, als durch »Auslese im Kampfe ums Daseinv operiere.