Waiblingen, Stadt im württemb. Neckarkreise, an der Rems, 13 Km im Nordosten von Stuttgart, in einer korn⸗, wein- und obstreichen Gegend, reizend, aber meist uneben gelegen, Station der Linien Cannstatt-Nördlingen und W.⸗Hessenthal der Württembergischen Staatsbahnen, Sitz eines Oberamts und eines Amtsgerichts, hat ein altertümliches Ansehen, obgleich die alten Ringmauern und Türme fast ganz verschwunden sind. Die Stadt besitzt die sog. äußere Kirche, 1488 in merkwürdigem Baustile aufgeführt, und eine sehr alte Kirche innerhalb der Stadt, ein 1875 erbautes stattliches Rathaus, teilweise auf den Grundmauern des frühern Schlosses, eine Latein⸗ und Realschule, eine gewerbliche Fortbildungsschule, eine Mittelschule für Töchter und eine Obstbaumschule und zählt (1885) 4326 E., welche mehrere Mühlen unterhalten. Auch wird die Verfertigung mathem. und physik. Apparate, Seiden⸗, Woll-und Leinweberei, Gerberei und namentlich Dampfziegelei und Thonwarenfabrikation in vier großen Fabriken betrieben. — W. war schon zur Zeit der Römer eine Niederlassung mit einem röm. Straßenknoten. Später war es eine karolingische Pfalz, in welcher z. B. Karl der Dicke 887 einen Hoftag hielt. Von den Karolingern kam der Ort an die Salier, welche den Namen &von Waiblingeno annahmen, und von diesen an die Hohenstaufen. Aus dem Beinamen «Waiblingerv entstand in Italien der Name Ghibellinen als Bezeichnung der hohenstaufischen Partei. Mitte des 13. Jahrh. kam W. an Württemberg. Wahrscheinlich wurde es damals zur Stadt erhoben. Die älteste Burg der Stadt zerstörten 1291 die Grafen von Hohenbeg; das neue Schloß 1634 die Kaiserlichen. steller, geb. 21. Nov. 1804 zu Heilbronn, studierte auf dem theol. Seminar in Tübingen. Hier kam er in Berührung mit Hölderlin, dem er in den „Zeitgenosseno eine Biographie widmete. Eine reiche, üppige Phantasie und eine glückliche Darstellungsgabe machten seine Arbeiten, z. B. Vier Erzählungen aus Griechenland (Ludwigsb. 1821) und Drei Tage in der Unterwelte (Stuttg. 1826), sowie anderes, was er in Zeitschriften mitteilte, zu anziehenden Erscheinungen. Dennoch trat eine oft ungezügelte Leidenschaftlichkeit und daraus hervorgehende Zerfallenheit mit sich und dem Leben immer deutlicher hervor, die auch dann nicht wich, als er, vom Buchhändler Cotta unterstützt, 1826 eine Reise nach Italien antrat, der man, außer interessanten Reisemitteilungen, das «Taschenbuch aus Italien und Griechenlando (Berl. 1829 u. 1830) verdankt. Er starb in Rom 17. Jan. 1830. Seine Gesammelten Werker gab H. von Canitz (9 Bde., Hamb. 1839 —40; 3. Aufl., Pforzh. 1859), seine Gedichte-Mörike (Hamb. 1844), seine humoristische Novelle „Die Briten in Romp E. Zoller neu mit einer Einleitung heraus (Lpz. 1880).