FeedWalcker (Eberhard Friedr.)
MusikBrockhaus 1882

Walcker (Eberhard Friedr.), Orgelbauer, geb. 3. Juli 1794 zu Cannstatt in Württemberg, erlernte die Orgelbaukunst bei seinem Vater und gründete später selbst eine Orgelbauanstalt. Die Orgelbaukunst verdankt ihm zahlreiche und bedeutende Verbesserungen sowohl am Regierwerk, Gebläse als am Pfeisenwert und an den Windladen; auch der Crescendo⸗ und Decrescendotritt für das volle Werk ist W.s Erfindung. W. siedelte 1820 nach Ludwigsburg über; 1824 erbaute er die Orgel in der Garnisonkirche zu Stuttgart, 1833 die Orgel in der Paulskirche in Frankfurt a. M. mit 74 Registern, 1836 eine Orgel von 65 Stimmen in Petersburg in der St. Petrikirche. Im J. 1842 konstruierte er neue Windladen, die er Kegelladen nannte. Bei Erweiterung seines Geschäfts traten 1854 seine beiden ältesten Söhne Heinrich (geb. 10. Okt. 1828) und Friedrich (geb. 17. Sept. 1829) bei ihm ein und seine Firma war nun Walcker u. Comp. Nach dem Tode des Vaters, 4. Okt. 1872, traten zunächst der dritte Sohn Karllgeb. 6. März 1845), später auch die andern Söhne Paul (geb. 31. Mai 1846) und Eberhard (geb. 8. April 1850) in das Geschäft. Das größte Werk, das aus der Werkstätte dieser Firma hervorging, ist die 1884 sertig gewordene Orgel im Dom zu Riga mit 124 Stimmen, 5 Manualen, 2 Pedalen. Ferner sind zu nennen: die Orgel im ulmer Münster mit 100, in der Musikhalle zu Boston mit 86, im Gewandhause zu Leipzig mit 54, in der Petrikirche zu Hamburg mit 61, im Stephansdom zu Wien mit 90 Stimmen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 392Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Musik 6