Wüllner (Franz), Komponist, geb. 28. Jan. 1832 zu Münster in Westfalen, besuchte dort das Gymnasium, widmete sich dann der Musik und war Schüler A. Schindlers und seit 1848 auch J. Keßlers in Frankfurt a. M. Nachdem er 1853 —54 als Konzertspieler in mehrern deutschen Städten aufgetreten war, ließ er sich im März 1854 in München nieder, wo er 1856 Lehrer des Klavierspiels am Konservatorium wurde. Im J. 1858 wurde er städtischer Musikdirektor in Aachen, 1864 Hofkapellmeister in München, wo er 1867 die Leitung der Chorgesangsklasse der königl. Musikschule, 1869 auch die Leitung der Orchesterklasse und das Inspektorat an der Anstalt übernahm. Im J. 1870 wurde er zum ersten Hofkapellmeister ernannt, 1875 erhielt er den Professorstitel. Im Herbst 1877 wurde er Hofkapellmeister in Dresden, trat aber 1882 von diesem Amte zurück und ging nach Berlin, wo er die Philharmonischen Konzerte leitete. Seit 1884 ist W. Direktor des Konservatoriums und städtischer Kapellmeister in Köln. W. komponierte Motetten, Messen, Psalmen, ein Stabat mater, die Cantate «Heinrich der Finklero, Lieder, Chorgesänge, Klaviersachen u. s. w.