Wald wird jede mit Holzgewächsen bestandene größere Fläche genannt. Die Benutzung der Wälder 11 die wirtschaftlichen Zwecke der Menschen ist so alt als das Menschengeschlecht selbst. Diese Zwecke sind zeitlich und örtlich verschieden, je nachdem durch das Klima die Bedürfnisse der Menschen sehr verschieden modifiziert werden und je nach der Kulturstufe der Völker. Unter den Tropen wird noch jetzt der W. für wenig mehr geachtet als für den Aufenthalt wilder Tiere, obwohl die Fruchtbäume in ihm wesentlich zur Ernährung der Bewohner beitragen. Der nordamerik. Wilde betrachtet ihn, ebenso wie unsere alten deutschen Vorfahren, als ein revier. Der civilisierte Europäer achtet den W. hoch, weil ihm seine Produkte unentbehrlich geworden sind und weil er die Einwirkung des W. auf das Klima, die Gesundheit, Wohnlichkeit und Fruchtbarkeit des Landes kennt. Die Erkenntnis dieser Thatsachen verschaffte dem W. in neuester Zeit 1 Beachtung auch in Nordamerika und in Britisch-Indien. Die Natur hat die Waldungen ohne menschliche Beihilfe erzeugt, würde sie auch als Urwald (s. d.) in denselben jedem Boden, Klima und jeder Lage entsprechenden Baumgeschlechtern forterhalten, wenn sie sich selbst überlassen blieben. Mit dem Wachsen der Bevölkerung muß der W. immer mehr schwinden, weil die Erhaltung zahlreicherer Volksmassen eine HH+πH tere Benutzung des Grund und Bodens für die Zwecke des Ackerbaues verlangt. Ausrodungen sind die nächste Folge davon. Aber auch der W. selbst wird mehr und mehr in Anspruch genommen, er muß bei einem ackerbauenden und industriellen Volle durch seine Rohstoffe an Brenn-und Nutzholz, durch die Beweidung, durch Entnahme von Dungstoff u. s. w. einen reichlichen Beitrag zur Erhaltung der menschlichen Existenz geben. Dadurch wird die Natur in ihrer freiern Wirkung gestört, die natürliche Fortpflanzung der Wälder gefährdet, die