FeedWaldmasse vermindert
PflanzenreichBrockhaus 1882

Waldmasse vermindert, der Waldzustand verschlechtert, der W. mahr und mehr auf die weniger fruchtbaren Ortlichkeiten zurückgedrängt. Die erste Folge des größern Angriffs der Menschen auf die Wälder ist eine allmähliche Veränderung der Holzarten, indem, wie sich das fast in ganz Europa herausgestellt hat, die Laubhölzer, wie Eichen, Buchen, Rüstern u. s. w., welche zu ihrem gedeihlichen Wachsen eine größere Bodenkraft erfordern, den genügsamern Nadelhölzern Platz machen. Die Fichte hat im Gebirge, die Kieser in der Ebene die Oberhand erhalten. Die zweite wichtige Folge der Eingriffe der Menschen in die Wälder ist, daß die große und wichtige Funktion, welche sie im Haushalt der Natur haben, gestört wird. Sie sollen das Gleichgewicht der Wärme und der Feuchtigkeit in der Temperatur vermitteln, die Bäche und Flüsse mit Wasser speisen, Schutz gegen die versengende Sonnenhiße gewähren, Stürme brechen, Sturzfluten, Lawinen, Schnee- und Sandtreiben aufhalten und unschädlich machen. Mit der Abnahme oder dem Verschwinden der Wälder zeigen sich in den Ländern aller Zonen die Folgen der Verschlechterung des Klimas, Wasserarmut der Flüsse, Unfruchtbarkeit u. s. w. Palästing, welches in alten Zeiten eine zahlreiche Volksmasse nährte, kann jetzt kaum eine sehr bmchr Bevölkerung erhalten, weil es keine Wälder mehr hat; die Flüsse Griechenlands und Spaniens sind teilweise versiegt. Die Wälder der Hochalpen wurden durch die Hand des Menschen, durch Weidevieh vielfach zerstört, häufigere und furchtbarere Sturmfluten und Geröllüberschüttungen verheeren seitdem die Thalgründe. Auch in Skandinavien, Rußland u. s. w. treten mit der Zerstörung der Wälder ähnliche Nachteile hervor. Die Erkenntnis der letztern, das Steigen der Holzpreise Awouf nicht bloß allmählich zu einer bessern Forstwirtschaft, sondern auch zu dem Verlangen, die Waldungen unter besondern Schutz des Staats zu stellen. (S. Forstpolizei.) In Europa nimmt jetzt der Wald ungefähr reichlich ein Viertel der Bodenfläche ein, die Verteilung desselben ist jedoch in den verschiedenen Ländern eine sehr verschiedene, und die darüber veröffentlichten statist. Angaben sind meist sehr unsicher. Ein ganz vergebliches Bemühen ist es, eine bestimmte Normalziffer für die Bewaldung einzelner Länder feststellen zu wollen. (Hierzu die Tafeln: Laubhölzer. Waldbäume I, II, III, Bd. X, S. 843, und Nadelhölzer. Waldbäume IV, Bd. XII, S. 44.) Außer der unter Forstpolizei und unter

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 392Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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