FeedWaldameise
TierreichBrockhaus 1882

Waldameise, rote (Formica rufa, Tafel: Insekten IV, Fig. 15, vergrößerte Arbeiterin), eine der häufigsten europ. Ameisen, die in lichten Waldungen, namentlich in Nadelhölzern, die bekannten, oft sehr großen, aus Baumnadeln und allerlei Genist bestehenden Bauten in Gestalt von niedrigkegelförmigen Haufen anlegt. Die 9 wm langen Männchen sind schwarz, die ebenso langen Weibchen und die sehr verschieden großen (4 bis 7 mm) Arbeiterinnen größtenteils rot. Ihre Puppen sind es, die unter dem Namen von Ameiseneiern als Vogelfutter in den Handel kommen; auch gewinnt man von der W. den Ameisenspiritus (s. d.), iedoch liegt ihr größter Nutzen in dem, was sie im Vertilgen schädlicher Insekten leisten. Waldarfer (Christoph), auch Valdarfer, Valdarpher, Valdafer und Baldorfer genannt, aus Regensburg, nimmt unter den Deutschen, welche im 15. Jahrh. die Buchdruckerkunst in Italien einführten und verbreiteten, eine hohe Stelle ein. Er erscheint zuerst 1470 — 72 in Venedig thätig. Seine dort von ihm erschienenen Drucke zeichnen sich ebenso durch Eleganz als durch Korrektheit aus, für welche letztere Eigenschaft namentlich sein Freund Ludovico Carbone sorgte, welcher sich dur sorgfältige Vergleichung guter Handschriften um die Texte verdient machte. Außer Ciceros Orationesvon 1471 verdankt man ihm die datierte Princeps von Boccaccios Decameronev. Dieselbe erschien ö ebenfalls w1471, und es ist davon nur Ein komplettes Exemplar bekannt. Der Marquis von Blandford, nachheriger Herzog von Marlborough, steigerte dies Eremplar in der Rorburghschen Auktion zu London 1812 gegen Lord Spencer zu 2260 Pfd. St. Dasselbe Exemplar brachte jedoch 1819, wo es wieder versteigert wurde, nur 918 Pfd. St. Gegen 147⁴4 ließ sich W. in Mailand nieder, wo er bis 1488 eine Reihe von Drucken lieferte, die zu den schönsten jener Zeit gehören, z. B. des Ambrosins Opera v Waldau (Mar), —. von Richard Georg Spiller von Hauenschild (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 393Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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