FeedWaldai
ErdkundeBrockhaus 1882

Waldai, Stadt im russ. Gouvernement Nowgorod, in dem nach ihr benannten Waldaigebirge I. d.), auf der Höhe des Plateau, an der Eisenbahn Petersburg-Moskau und am 24 km langen und 9km breiten Waldaisee, auf dessen einer Insel das alte, vom Patriarchen Tikon erbaute Iwerskikloster liegt, zählt (1882) 4445 E., hat sechs Kirchen, eine Kreisschule und mehrere Fabriken, worunter drei Glockengießereien. Die hiesigen Kringeln, Baraschki (Schäfchen) genannt, ein Gebäck aus Weizenmehl, sowie die waldaischen Glocken sind im 284 Reiche berühmt. den Alten Mons Alaunus, ist die höchste, quellenreiche Erhebung des Bodens im Innern des europ. Rußland, welcher die Wolga, der Dnjepr, die Düna und unzählige kleinere Flusse ihren Ursprung verdanken. Das Gebirge besteht aus flachen, meist bewaldeten Bergrücken, zu denen sich bei der Stadt Waldai (s. d.), wo es im Popowa Gora seine höchste Erhebung (351 m) erreicht, eine Reihe zum Teil steilerer Hügelgruppen gesellt, zwischen denen viele enge Thäler und Klüfte sich befinden. Im engern Sinne bezeichnet man mit W. die Wasserscheide laum m den —2 %⁷ Ilmen und Wolga, die sich aum merlbar über die sie umgebende Ebene erhebt. Im weitern Sinne wird W. gleichbedeutend mit dem Wolokonskiwald genommen und bezeichnet dann eine 370 km lange, 90 km breite Landerhebung. Das Gebirge ist reich an Kalk⸗ und Sandstein, Schiefer, Vitriol, Eisen und Steinkohlen, daher auch an vielen Orten bergmännischer Betrieb stattfindet; der südl. Teil enthält viele merkö würdige Versteinerungen. Das ganze Gebirge ist mit Tannenwäldern und Torfmooren bedeckt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 393Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6