FeedWaldeyer (Heinr. Wilh. Gottfried)
HeilkundeBrockhaus 1882

Waldeyer (Heinr. Wilh. Gottfried), ausgezeichneter Anatom, geb. 1836 zu Hehlen im Herzogtum Braunschweig, studierte 1856 —62 zu Göttingen Greifswald und Berlin Medizin, habilitierte sich 1864als Privatdocent in Breslau und wurde daselbst 1865 zum außerord., 1867 zum ord. Professor der patholog. Anatomie ernannt; 1872 folgte er einem Rufe als ord. Professor und Direktor des anatom. Instituts an die neugestaltete Universität Straßburg, deren neue anatom. Anstalt nach seinen Angaben erbaut und ausgestattet wurde. Im Herbst 1883 wurde er als ord. Professor, Geh. Medizinalrat und Direktor des anatom. Instituts nach Berlin berufen. Seine Hauptarbeiten betreffen die mikroskopische Anatomie der Nervenfasern, des Gehörorgans, der Eierstöcke, der Augenbindehaut und Hornhaut, so- wie die Entwickelungsgeschichte der Zähne und der Keimblätter; auf patholog. Gebiet untersuchte er vorzugsweise die Cierstockskystome und Krebsgeschwülste. Außer zahlreichen Journalaufsätzen schrieb er: «Eierstock und Ei, ein Beitrag zur Anatomie und Entwickelungsgeschichte der Sexualorganer (Lpz. 1870), (Atlas der Haare und ähnlicher Fasergebildeß (Lahr 1884), «Wie soll man Anatomie lehren und lernen 2 (Berl. 1884), Medianschnitt einer Hochschwangern bei Steißlage des Fötus » (Bonn 1886). Auch gibt er seit Max Schultzes Tod (1874) mit La Valette St. George das »Archiv für mikroskopische Anatomies heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 399Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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