FeedWaldfeldbaubetrieb
Sport & SpielBrockhaus 1882

Waldfeldbaubetrieb ist eine Verbindung des Hochwaldbetriebs mit jedesmal nach dem Abtriebe des Bestandes regelmäßig wiederkehrender, ein- oder gewöhnlich mehrjähriger Feldnutzung. Letztere erfolgt entweder vor der natürlichen oder künstlichen Begründung des neuen Bestandes, oder als Zwischenbau zwischen den reihenweise geordneten Holzpflanzen. Nicht selten verbindet man beide Behandlungsweisen des Waldfeldes. Wird der Boden vor der Bestellung gehaint (gebrannt), so nennt man das Verfahren Röderlandbetrieb. Dieser ist seit uralter Zeit gebräuchlich in manchen Gebirgsgegenden. In den österr. Alpen, namentlich in Steiermark und Unterösterreich wird nach dem Hainen der Kahlschläge Roggen und Hafer gebaut, die Wiederbestockung erwartet man oft nur durch den vom angrenzenden Bestand abfliegenden Samen der Fichten, Lärchen und Kiefern; auf diese Weise wird der Wald allmählich verwüstet. Im Odenwalde widmet man diesem Betriebe Kiefernwälder mit 30—50jährigem Umtriebe und baut Buchweizen und Winterroggen, die Wiederbestockung erfolgt durch Saat. Sehr ausgebildeten W. findet man in Böhmen und im Großherzogtum Hessen zwischen Main, Rhein und Neckar; die Schlagfläche bleibt ungehaint und werden vielfach zuerst Kartoffeln vorgebaut, dann wird zwischen den in Reihen eingepflanzten kleinen Waldbäumen meist Sommergetreide und das erst im zweiten Jahre nach der Aussaat Frucht tragende Staudenkorn ausgesäet. Oft findet nach der letzten Getreideernte noch wiederholte Grasnuhung statt. Die Bodenkraft wird durch diese Betriebsart so in Anspruch genommen, daß früher oder später doch eine Erschöpfung derselben zu fürchten ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 400Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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