FeedWallenrod (Konrad)
GeschichteBrockhaus 1882

Wallenrod (Konrad), aus einem alten fränkischen Geschlecht sammend, ward 12. März 1391 zum Hochmeister des Deutschen Ordens gewählt, als dieser eben durch die mißlungene Belagerung Wilnas in große Bedrängnis gekommen war. Einstweilen ließ W. unter dem Herzog Witold den Kreuzzug gegen Litauen fortsetzen; als letzterer aber 1392 vom Orden abfiel und sich mit dem König von Polen verband, mußte sich W. zu einem neuen Kriege rüsten; er starb unterdessen 25. Juli 1393 in einem entsetzlichen Fieberbrande und unter einem furchtbaren Gewitter. Die mönchischen Chronisten, denen W. wegen seiner mangelnden Freigebigkeit für die Kirche verhaßt war, benutzten dies, um ihn als von Gott bestraften Ketzer und Feind des Ordens bakapvinnt „Die Sage machte ihn sogar zu einem verkappten Litauer, der nur in den Orden getreten sei, um sich an demselben für die seinem Vaterlande zugefügten Unbilden zu rächen. In letzterer Gestalt tritt er in Mickiewicz' bekanntem Epos Konrad Wallenrodo auf. (see.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 411Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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