Wanzen bilden eine besondere Abteilung der Schnabelkerfe oder Halbflügler (Hemiptera) unter den Insekten. Sie sind meist lichtscheue, räuberische Tiere. Ihre Mundteile erscheinen, wegen der ausschließlichen Bestimmung zum Saugen von Säften, zu einem stechenden Rüssel umgebildet, der in der Ruhe meist zwischen die Beine untergeschlagen wird. Die Wasserwanzen haben kurze, dicke Fühler und sind häufig im Stande, ohne naß zu werden, blitzschnell auf dem Wasser hinlaufend ihre Beute zu erhaschen, während manche, wie die gemeine (Naucoris cimicoides, Tafel: Insekten IV, Fig. 41) und der graue Wasserfkorpion (Nepa einerea, Fig. 40) langsam auf dem Boden der Gewässer hinkriechen und wieder andere mit bewimperten Ruderfüßen im Wasser schwimmen. Auf dem Meere zwischen den Wendekreisen finden sich die Halobatidae (s. d.). Die Landwanzen zeigen längere, fadenförmige Fühler, laufen gut und geben großenteils einen ekelhaften Geruch von sich, der selbst den von ihnen berührten Gegenständen anhaftet. Während die Schildwanzen (3. B. die rotbeinige, Fig. 37) sich nur auf Pflanzen aufhalten, von deren Safte sie sich nähren, wird die Bettw anze (Kcanthia lectularia, Fig. 38) dem Menschen selbst, dessen Blut sie saugt, zur größten Plage. Angeblich aus Asien stammend, hat sich dies kleine, braunrote Tierchen, begünstigt durch die früher allgemeine Unreinlichkeit, ungeheuer ausgebreitet und ist um so schwerer auszurotten, als ihm neben seiner ungemeinen Fruchtbarkeit jede olzspalte einen Zufluchtsort darbietet und selbst langdauernder Hunger oder Winde Kälte nicht tödlich wird. Wo nicht altes Holzwerk jeden Versuch der Vernichtung unmöglich macht, ist Reinlichkeit, insbesondere häufiges Waschen mit kochendem Wasser, starkes und wiederholtes Bestreichen mit Petroleum, sowie das sorgsame Aufspüren und mentled der Brut, das beste Mittel, sich ihrer zu entledigen. Die vielen Mittel, die man außerdem zur Tilgung der W. empfiehlt, bewähren sich gewöhnlich nicht, wenn sie keine giftigen Substanzen enthalten, während andererseits die wirksamen Giftmittel, wie z. B. Quecksilber und Arsenikpräparate, wegen ihrer auch für Menschen höchst gefährlichen Wirkun nur mit äußerster Vorsicht anzuwenden sind. Au die gegen 18 mm lange braunschwarze Schreitwanze (Reduvius personatus, Fig. 39) findet sich gelegentlich in Häusern, ist aber wie ihre sonderbare, mit Staubzotteln und Schmutz bedeckte Larve ein grimmiger Feind der Bettwanzen.