Warendorf, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Münster, früher zum Bistum Münster gehörig, an der Ems, ist Sitz des Landratsamts und eines Amtsgerichts, hat drei Kirchen, ein Waisenhaus, ein Krankenhaus, ein Lehrerseminar und ein kath. Gymnasium (Laurentianum), und zählt (1885) 5109 E. Von industrieller Bedeutung ist W. als Hauptsitz der münsterschen Leinweberei, sowie des Garn⸗- und Leinenhandels; ferner bestehen daselbst drei mechan. Baumwollwebereien, Leinwandbleichen, mehrere Druckereien und Blaufärbereien, zwei Leder⸗, drei Tuchfabriken, eine Dampfsägemühle, Gasfabrik, mehrere Brauereien und Brennereien, Wasser⸗, Ol⸗ und Walkmühlen. Auch befindet sich in W. das königl. Landgestüt der Provinz Westfalen. — Der Kreis Warendorf zählt auf 559 qkm (1885) 28 663 meist kath. E. in Bezug auf ihre Benennungen, ihren Ursprung, Bereitungsweise, Eigenschaften, Sorten, Kennzeichen der Echtheit und Verfälschungen, zerfällt in allgemeine Warenkunde, wenn sie alle Waren überhaupt umfaßt, oder in spezielle Warenkunde, wenn sie sich nur auf einzelne Zweige derselben, z. B. die Nahrungsmittel, Wein, Thee, Tabak, Kolonialwaren u. s. w. beschränkt. Die Werke über W. sind gewöhnlich in mehr oder weniger systematischer oder alphabetischer Ordnung gehalten; das älteste ist Beckmanns Vorbereitung ur W.v (2 Bde., Gött. 1795—1800). Von weitern Werken sind zu nennen: Erdmann, 4Grundriß der allgemeinen W.y (11. Aufl., bearbeitet von König, Lpz. 1885); K. und M. Seubert, «Handbuch der allgemeinen W. » (2. Aufl., 2 Bde., Stuttg. 1883) Henkels «Allgemeine W.y (3. Aufl. 1882); die Werke von Blumenbach, Hauke, Lachmann, Schick, Bisching u. a.; ferner die Warenlexika von Schedel (6 Aufl., 3 Bde., Lpz. 1863), Merck (3. Aufl., Lpz. 1882); König, «Droguerie⸗, Spezerei⸗ und Farbewaren-Lexikono (9. Aufl., Münch. 1886); Glaß, „Wein-Lexikon Berl. 1885). Doch entsprechen alle diese Werke mehr praktischen Bedürfnissen als wissenschaftlichen Anforderungen; den Grund zu einer wissenschaftlichen W. hat erst Wiesner in Die Rohstoffe des Pflanzenreichs» (Lpz. 1873) gelegt, womit sich die W. zugleich gegen die Technologie abzugrenzen beginnt. Von neuern pharmaceutischen W. sind zu nennen die Werke von Berg (5. Aufl., Berl. 1879) und Flückiger (Berl. 1873).