FeedWasserbau
VerkehrBrockhaus 1882

Wasserbau umfaßt eins der umfangreichsten Gebiete des Ingenieurbauwesens. Grundlegend für den W. sind die Lehre von den atmosphärischen Niederschlägen, die Hydrographie und Hydrometrie, die Hydraulik, welch letztere einen wichtigen Zweig der Mechanik bildet, die Bewegung des oberirdischen fließenden Wassers, die Betrachtung des Grundwassers, das Studium der Quellen, die Eigenschaften des Meeres u. s. w. In bautechnischer Hinsicht umfaßt der W. die Anlage der Wasserleitungen, die Wasserversorgung der Städte, die Gewinnung, Reinigung und Aufspeicherung des Wassers, die Entwässerungsanlagen für Städte Ganalisierung); die Stauwerke; die Anlagen für Trift, Flößerei und Binnenschiffahrt (darunte lußhäfen, Schiffahrtskanäle und Schleusen); die erbauung der Wildbäche und Regulierung der Flüsse, die Schutzmittel gegen Überschwemmungen und damit im Zusammenhang stehende Bauwerke (Deiche, Siele), das Meliorationswesen (Be⸗ und Entwässerungen von Grundstücken, Drainage etc.), die Bauten am Meere, Ufermauern, Dämme, Häfen, Schiffsbauanstalten und Schiffahrtszeichen etc. ür die wissenschaftliche Ausbildung bestehen an den einzelnen technischen Hochs chulen Deutschlands, Osterreichs u. s. w. eigene, mit mitunter reichen Mitteln ausgestattete Lehrkanzeln für W., bei den Staatsbauämtern vielfach eigene Abteilungen für W. Vgl.«Handbuch der Ingenieur-Wissenschaften (Bd. 3: Der W., 2. Aufl., 3 Abteil., Lpz. 1882 —84): Hagen, »Handbuch der Wasserbaukunst⸗ (3. Aufl., 10 Bde., Berl. 1863 — 74); Minard, „Cours de constructiono (Par. 1846).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 461Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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