FeedWasserdicht
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Wasserdicht (frz. à l'epreuve de l'eau, engl. water-proof) nennt man Bekleidungsgegenstände u. s. w., wenn sie kein Wasser durch sich hindurchlassen, ja sogar an sich keinerlei nachteilige Veränderung durch die länger fortgesetzte Einwirkung des Wassers erfahren. Es ist im allgemeinen nicht mit Schwierigkeiten verknüpft, Geweben die Eigenschaft der Wasserdichtigkeit zu erteilen. Ein mehrfacher die Wa von Leinölfirnis z. B. erteilt diesen Stoffen die Wasserdichtigkeit im vollkommensten Grade, und das Wachstuch (s. d.) ist ein auf solche Weise wasserdicht gemachtes Zeug. Aber oft wünscht man, die Wasserdichtigkeit ohne Veränderung des äußern Ansehens und ohne Beeinträchtigung der Leichtigkeit und Geschmeidigkeit hervorzubringen, und dies ist eine bisher nicht genügend gelöste Aufgabe. Zwar besitzen Auflösungen gewisser Salze, namentich der essigsauren Thonerde, die überraschende Eigenschaft, Leinwand, Baumwollgewebe, Tuch u. s. w., welche damit getränkt und wieder getrocknet werden, gegen das Wasserdurchlassen zu schützen; allein diese Wirkung verschwindet, wenn die naß gewordenen Stoffe gedrückt oder gequetscht werden, und in starkem, anhaltendem Regen waschen sich die zur Zubereitung angewendeten Salze heraus, die

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 462Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 7

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Sitten & Mode 6