Wachs nichts zu schaffen. Jener dünne Stoff mit weichem Ueberzug aus Wachsfarbe diente zu Futteralen u. wasserdichten Einhüllungen und allenfalls zu Möbeldecken. Während er in ersteren Funktionen durch Kautschukstoffe, wasserdichtes Papier u. dergl. ersetzt ist, mag die Bestimmung zu Decken den Anstoß gegeben haben, ein dauerhafteres Erzeugnis anzustreben, welches das Treten aushalten würde. Dabei scheint sich die Entstehung des Industriezweiges aus dem Gebrauch der Teppiche entwickelt zu haben, indem man ordinäre Teppichgewebe durch Tränken mit Firniß haltbarer zu machen suchte. Schon im 17. Jahrh. fabrizirte man, bes. in Leipzig, Wachstuch nach jetziger Weise. Die Bereitung desselben besteht in der Hauptsache darin, daß das Gewebe, nachdem es auf einem möglichst ebenen, rauchfreien, der Luftbewegung zugänglichen Platze, der sogen. Wachsbleiche, thunlichst straff auf Rahmen ausgespannt worden ist, auf beiden Seiten mit dünnflüssigem Leim oder Kleister überbürstet wird, den man noch naß mit Bimsstein schleift. Darauf folgen verschiedene Oelfarbenaufträge mit einer Spachtel oder Kelle, dann Abschleifen derselben u. hierauf Anstreichen mit dem Pinsel. Nach nochmaligem Schleifen wird das Muster aufgedruckt oder aus freier Hand aufgemalt.