Wachstuch (frz. toile cirée, engl. oil- cloth) heißt ein Zeug, welches mit Leinölfirnis überzogen ist, der zunächst dazu dienen soll, den Stoff wasserdicht zu machen, dann aber auch, in sehr vielen Fällen, ihn zu verzieren. Die Erfindung dieses toffs ist ziemlich alt, indem man denselben schon zu Anfang des 14. Jahrh. erwähnt findet. Nach dem Stoff unterscheidet man gegenwärtig W., Wachsleinwand, Wachskattun, Wachstafft, Wachsbarchent und selbst Wachstuchpapier. Hinsichtlich der Dekoration wird der Firnis entweder mit einer Farbe versetzt, oder der Firnisauftrag marmoriert, gemasert, oder endlich werden mit Formen Muster aufgedruckt, oder mit dem Pinsel darauf gemalt. Soll das W. zu Tischdecken, Teppichen u. dgl. dienen, so wird auf die Grundfarbe entweder mit dem Pinsel gemalt, oder mit Formen nach Art des Tapeten-und Zeugdrucks gedruckt, entweder mit der Hand oder mittels der Maschine. In neuester Zeit hat man auch Letterndruck in der Buchdruckpresse und Lithographien auf das W. abgedruckt, sogar Photographien darauf angebracht. In Deutschland wird das beste W. in Leipzig und Berlin, in Osterreich in Wien hergestellt. Eine besondere Art dieses Fabrikats ist das Ledertuch (s. d.). Das Wachstuchpapierl(Wachspackpapier, papier-toile cirée), welches man anstatt des W. zum Einpacken verwendet, wird durch Überpinseln eines zähen Packpapiers mit einer Farbe aus Kienruß und Leinölfirnis oder mit einem Firnis aus Asphalt, Leinölfirnis und Terpentinöl, und nachheriges Trocknen des Papiers dargestellt.