FeedWassilii IV. Iwanowitsch
GeschichteBrockhaus 1882

Wassilii IV. Iwanowitsch, 1606—10. So nannte sich Fürst W. Iwanowitsch Schujskij (s. d.), als er nach Vernichtung des ersten falschen Demetrius 1606 zum Zaren von Moskau ausgerufen wurde. Es traten aber wieder neue Usurpatoren auf, die von Polen unterstützt wurden. In harter Bedrängnis mußte W. 1609 ein Bündnis mit Schwedens chließen, die Hilfstruppen sandten. Doch ward das schwedischruss. Heer 24. Juni 1610 bei Kluschino von dem poln. Kronhetman Zolkiewski geschlagen, der nun gegen Moskau zog. Hier brach ein Nufstand aus, W. wurde 17. Juli abgesetzt, in ein Kloster gesteckt, dann an die Polen ausgeliefert und nach Warschau gebracht, wo er 1612 starb. Wassilij-Ostrow, richtiger Wassiliewskij-Ostrow (Basilius-Insel), Insel im Delta des Flusses Newa, zwischen der Großen und der Kleinen Newa, auf welcher der ebenso benannte Teil der Stadt Petersburg liegt. Der Name rührt her von dem Lieutenant Wassilij Kortschmin, welcher zur Zeit der Begründung von Petersburg auf einem Ende der Insel, die damals die Gubernatorinsel hieß, eine Batterie kommandierte. Noch früher hieß die Insel Irwisari (finn., d. i. Elentierinsel), wegen der wilden Elentiere, die sich in den Wäldern derselben fanden. Wassiljew (Wassilij Pawlowitsch), russ. Orientalist, geb. 1818, studierte auf der Universität Kasan und wurde dann 1840 von der Regierung mit einer geistlichen Mission nach Peking Lezandt, wo er bis 1850 die ostasiat. Sprachen studierte. Nach der Rückkehr ward er Professor in Kasan, 1855 in Petersburg. W. ist besonders ein Kenner des Chinesischen. Er schrieb: Der Buddhismus, seine Dogmen u. s. w.» (Petersb. 1857; deutsch 1860), russ. Wörterbuche (1867), Chines. Chrestomathier (1868), eine russ. Übersetzung von Täranäthas „Geschichte des Buddhismus in Indienv (1865; die Vorrede deutsch von A. Schiefner, Petersb. 1869), histor., antiquar. und andere Abhandlungen über Ost⸗ und Mittelasien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 472Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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