FeedSchujskij
GeschichteBrockhaus 1882

Schujskij, Schujsköj, ehemaliges russisches Fürstengeschlecht aus dem susdalschen Zweige des Hauses Rurik. Iwan Wassiljewitsch S., Bojar und Wojiwode, nahm an den Kämpfen gegen Livland und Litauen teil und machte sich zum Oberhaupt der Bojaren durch Ermordung des Fürsten Bjelskij und Vertreibung des Metropoliten Joseph. Er starb 1546. Andrei Wassiljewitsch S. suchte die Großfürstin Helene zu stürzen, war dann unter Jwan dem Schrecklichen Statthalter von Pskow, fiel aber in Ungnade und erlitt 1543 einen grausamen Tod. Peter Iwanowitsch S., brachte 1548 die Fürsten Glinski und Pronski aus Litauen nach Moskan, nahm 1558-60 an den Kämpfen in Livland teil eroberte unter anderm Dorpat, wurde aber 1564 von den Litauern bei Orscha geschlagen und fiel im Kampfe. Dimitrij Iwanowitsch S., einer der Urheber des moskauer Aufstandes im J. 1584, nahm dann Anteil am Sturz des falschen Demetrius, ward Wojwode, kämpfte aber unglücklich gegen den zweiten falschen Demetrius und ward 1610 von den Polen bei Kluschin geschlagen. Er starb in polnischer Gefangenschaft 1613. Wassilij Jwanowitsch S., Bruder des vorigen, ward nach dem Sturze des falschen Demetrius Zar von Moskau unter dem Namen Wassilij III., Iwanowitsch. (S. Wassilij.) Michail Wassiljewitsch S.⸗Skopin, Fürst und Wojwode, Neffe des vorigen, säuberte zuerst mit schwed. Hilfe die nördl. Gebiete des Reichs, besiegte die Polen bei Koljasin, befreite das Kloster Troizk, erregte aber durch solche Erfolge den Neid seines Rivalen Dimitrij S. und starb plötzlich auf einem Gastmahl bei demselben 3. Mai 1610. Sein Andenken erhielt sich lange in den Volksliedern.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 511Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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