FeedWatzmann
AllerleiBrockhaus 1882

Watzmann, einer der am kühnsten geformten Alpengipfel, in dem bayr. Bezirksamt Berchtesgaden (s. d.), unweit der salzburger Grenze, erhebt sich westlich vom Königssee als schroffe, teilweise vergletscherte Felsmasse mit mehrern turmartigen Hörnern. Die höchste Spitze ist der 2740m hohe Mittlere W., südlich davon erhebt sich die Schönfeldspitze zu 2728 m, nördlich das Hocheck zu 2658 m; ein scharfer, zackiger, mit ewigem Schnee bedeckter Kamm, die Watzmannscharte, trennt den nordöstlich zu 2404 m aufsteigenden Kleinen W. von der mittlern Spitze. Der am häufigsten bestiegene Gipfel, das Hocheck, trägt ein trigonometrisches Signal und zwei rote Kreuze. Wer die Mühseligkeit der übrigens gefahrlosen Besteigung überwindet, gewinnt eine erhabene Rundsicht auf die bayr. Hochebene, das berchtesgadener Land, das Salzkammergut bis zum Großglockner, Großvenediger, Krimler-Tauern etc. mit dem großartigsten Vordergrunde gewaltiger Felsen, Gletscher und Schneefelder. Die Besteigung nimmt von Ramsau aus 7, von Berchtesgaden 8 Stunden in Anspruch; etwas länger ist der Weg vom Königssee aus. Die drei andern Spitzen werden, weil gefahrvoll, selten bestiegen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 479Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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